Der Angriff des Monats August

Situation: Sie sind als Vertreterin des ortsansässigen Sportvereins beim Neujahrsempfang der Oberbürgermeisterin. Als Sie sich eben ein Glas Sekt holen, steht neben Ihnen die Ehefrau des Ortschaftsvertreters Ihrer Teilgemeinde. Die schaut Sie erstaunt an und sagt spitz:

 „Ach, sind Sie hier auch eingeladen.“

Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

Mögliche Reaktionen:

  1. „Nein, ich bediene mich nur am Buffet!“
    Negieren und übertreiben. Zeigt dass Sie über der Sache stehen und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.
  2. „Ja, ich wurde engagiert um das Niveau zu steigern.“
    Der Gegenangriff ist nur sinnvoll, wenn Sie die Dame oder ihren Gatten nicht weiter brauchen.
  3. „Sie hier? Ich dachte Sie verbringen die Winter immer in der Südsee.“
    Wenn der Tonfall dabei ehrlich erstaunt ist, nehmen Sie der Dame den Wind aus den Segeln und können in sich hinein schmunzeln.
  4. „Ja, ich bin persönlich eingeladen worden. Und Sie?“
    Sachliche Erklärung. Die anschließende Frage regt den Antwortreflex an und bietet die Chance zum Smalltalk – wenn sie das wollen.
  5. „So hat halt jede seine Verpflichtungen. Die einen angeheiratete, die anderen selbst.“
    Die Retourkutsche, mit der Sie sich selbst auf- und die Dame abwerten. Solche Bemerkungen bitte stets bewusst einsetzen. Die können Folgen haben.
  6. „Hatten Sie keine Einsicht in die Gästeliste?”
    Durch die Frage werten Sie die Dame ironisch auf und konterkarieren dadurch die Situation. Klingt sehr raffiniert.
  7. „Ja.“
    Die einfache Zustimmung. Hier vielleicht die eleganteste Antwort. Und so sachlich!
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»Schade, dass Sie das so sehen.«

Dieser Standardsatz passt gut, wenn es ein Angriff ist wie:

»Typisch Frau, typisch Mann, typisch Beamter, typisch EDVler, Emanze, Macho …«

Überlegen Sie sich jetzt schnell noch drei Angriffe, bei denen diese Antwort passt. Dann haben Sie Ihr Übungspensum für heute schon erledigt.

Machen Sie sich eine Liste Ihrer Lieblingsantworten, damit Sie – ab sofort – nie mehr sprachlos sind!

 

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Umgang mit Stress – was wir von Kanzler Adenauer lernen können

Bei schlechter Presse sagte Adenauer sich selbst: »Konrad, morgen kommt wieder eine neue Zeitung.«

Und wenn er besonders gut gelaunt war, sagte Adenauer: »Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich. Die andern können mich.«

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Das passende Zitat zur rechten Zeit

Den richtigen Spruch für die richtige Situation gibt es so nicht. Aber es gibt Zitate, die beinahe immer passen. Manchmal muss man sie halt auch passend machen.

Bilden Sie Ihre eigene Sammlung und nehmen Sie die hier als Anregung. Viel Spaß dabei.

  • Der Vorteil der Klugheit liegt darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
  • Aus Fehlern wird man klug, darum ist einer nicht genug! Ingrid Steeger in Klimbim
  • Jeder Mensch ist so alt wie seine Zunge und etwas älter als seine Zähne. Aus USA
  • Wer immer das letzte Wort hat, spricht irgendwann mit sich allein. John William Carson
  •  Wer nichts Gescheites zu sagen hat, tut gut daran, sein Publikum bei Laune zu halten. Alte Weisheit von Vortragsrednern

 

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Kreativitätsübung Juli

Finden Sie 15 Verben, die mit »k« anfangen.

z. B. kriechen, kugeln, krähen, …

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Formulieren Sie für folgende Killerphrasen je eine Frage als Replike. Nehmen Sie sich jeweils eine Minute Zeit.

  • Sie sind ja doch eine dieser hysterischen Frauen.
  • Sie sind ganz schön pingelig, aber nie da, wo’s drauf ankommt.
  • Mann haben Sie eine lange Leitung.
  • Wo haben Sie denn Autofahren gelernt?
  • Deine Schuhe sehen ganz schön billig aus.

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 Denksport des Monats

Die Folge ist vorgegeben:

1
11
21
1211
111221
312211

Wie lautet die nächste Zeile?

Tipp: Nehmen Sie diese Übung nicht mathematisch. Schauen Sie genau hin, was in den einzelnen Zeilen steht. Was steht in Zeile 1? Was steht in Zeile 2?…

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

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Kommunikatives Angebot Monat Juli

Die Angriffe, mit denen Sie hier üben, sind alles gesammelte Erfahrungen aus dem Alltag und meinen Seminaren – keiner davon ist erfunden. Manche klingen sehr heftig und werden ausgeteilt, um ein Gespräch zu blockieren oder schlichtweg zu verletzen. Wenn Ihnen so etwas noch nie begegnet ist, dann freuen Sie sich darüber. Nehmen Sie sich trotzdem auch die ganz gemeinen Angriffe vor. Erfahrungsgemäß wird es dann generell einfacher zu reagieren, da Sie auch auf den „Notfall“ vorbereitet sind. Die Vorgehensweise ist vergleichbar mit dem Training von Schwimmern oder Läufern. Die machen das Trainingsprogramm mit zusätzlichen Gewichten schwerer, um dann in der Wettbewerbssituation gewappnet zu sein. Machen Sie es Ihnen nach!

Suchen Sie zuerst eigene Entgegnungen und kreative Einfälle. Schauen Sie erst danach die gesammelten Antworten an.

Oft ist es sinnvoll, erst eine »spitze« Bemerkung zu machen, um dem Anderen die eigene Grenze aufzuzeigen. Damit bekommen Sie den nötigen Schwung und Spaß am kontroversen Wortwechsel. Im zweiten Schritt bietet Ihnen die Sachebene eine sichere Sprachposition an, mit deren Hilfe Sie Ihre Emotionen besser kontrollieren können. Wenn es Ihrem Charakter eher entspricht, gehen Sie sofort auf diese inhaltsbezogene Ebene.

Die aufgeführten Antworten müssen Ihnen nicht alle angenehm oder nützlich sein. Sie sind genauso individuell, wie die Persönlichkeiten, die sie kreiert haben. Entscheiden Sie selbst! Nehmen Sie, diejenige, die Ihnen am ehesten entspricht.

Bitte denken Sie auch daran, dass der »überspitzte verbale Schlag zurück“ zwar ein guter Einstieg, nie aber das Mittel der ersten Wahl sein sollte. Oft ist die zweite Antwort die zielführende. Üben Sie auch die Standards zum Zeitgewinnen wieder mit.

Situation: Sie stehen in einer langen Schlange an der Supermarktkasse, als sich jemand vordrängelt. Dabei haben Sie es eh eilig! Sie bitten die Person höflich, sich hinten anzustellen. Doch diese entgegnet:

 „Wer hat Sie denn nach Ihrer Meinung gefragt?“

 Achtung: Erst Ihre eigene Antwort überlegen!

Mögliche Antworten:

  1. „Da Sie sich über meine Belange hinwegsetzen, ist meine Meinung gefragt!“
    Sie wirken selbstbewusst und stehen für sich ein. Dabei bleiben sie höflich.
  2. „Stimmt. Sie haben mich nicht gefragt, ob ich Sie freundlicherweise vorlasse!“
    Sie beziehen einen Teil der Aussage auf den Sprecher. Damit wird der ins Unrecht gesetzt.
  3. „Ich sage meine Meinung auch ohne Aufforderung! Also dürfte ich Sie nun bitten …“
    Sie gehen hier direkt auf die Frage der Person ein und verstärken Ihre Bitte.
  4. „Die Situation gebietet es mir.“
    Klare Frage – klare Antwort.
  5. „Sie haben dann sicher nichts dagegen, wenn ich mich nun wieder vor Sie stelle.“
    Sie gehen hiermit überhaupt nicht auf den Angriff der Person ein, sondern stellen die Ursprungssituation wieder her. Besonders wirkungsvoll, wenn Sie das Gesagte direkt in die Tat umsetzen. Sie schaffen dadurch Tatsachen und Ihr Gegenüber muss Sie ernst nehmen.
  6. „Ich bin Ihnen gern beim Verfeinern ihrer Manieren behilflich.“
    Jetzt wird’s frech, doch da der Andere angefangen hat, ist das rechtens.
  7. „Wenn Sie das Ende der Schlange suchen, das ist direkt hinter mir!“
  8. „Ich sehe schon, es ist besser, wenn Sie schnell bedient werden. Also lasse ich Ihnen ausnahmsweise gern den Vortritt.“
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Ja genau … und Beleidigung z. B. im Supermarkt

In vielen Situationen ist ein Zustimmen viel verblüffender für den anderen als irgendeine Gegenwehr. Und irgendetwas gibt es in der Aussage der anderen meistens, dem man zustimmen kann. Doch wenn wir automatisch auf Gegenwehr schalten, liefert unser Hirn uns Reaktionen statt Zustimmung. Probieren Sie es aus. Das macht Spaß.

„Du hast ganz schön zugelegt.“ Oder subtiler: „Na ein paar Plätzchen zu viel gegessen?“

  • „Ja genau. Das Essen war echt Klasse auf den Malediven.“
  • „Ja genau. Und wie gut es mir steht.“

„Drängeln Sie sich immer vor?“

  • „Ja genau. Das ist gerade mein Übungsfeld.“

„Sie stehen mir im Weg.“

  • „Ja ich merke es auch.“

Was auch helfen kann ist, die Situation für sich selbst zu relativieren und in ein anderes Licht zu stellen. Das geht z. B. mit folgenden Fragen:

  • Was genau ist passiert und was ist wahr an dem Vorwurf?
  • Was sagt der Vorwurf über Denken und Wünsche des anderen aus?
  • Kann ich aus dem Vorfall etwas lernen?
  • Will ich mein Verhalten oder meine Einstellung für ein nächstes Mal verändern?
  • Wenn ja – was mache ich beim nächsten Mal anders.
  • Wenn nein – ich streiche diesen Vorgang aus meinem Gedächtnis.

 


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Die Philosophie eines weisen Hausmeisters

Zum Thema Schlagfertigkeit hat mir ein weiser Hausmeister letzte Woche einige schöne Geschichten erzählt. In jedem Beispiel begann seine Antwort mit dem Wort: „Normalerweise…“ oder mit dem Hinweis: „Jetzt müsste wieder ein Satz mit »Normalerweise« kommen.“

Und das ist tatsächlich ein super Anfang für eine Antwort. Sie kann mir mental helfen oder ich kann meine Antwort auch genau damit einleiten.

Wenn mich zum Beispiel jemand anbrüllt oder blöd von der Seite anredet kann ich denken:

„Normalerweise lass ich nicht so mit mir reden.“

Und dann sagen:

„Wie kommen Sie dazu, so mit mir zu sprechen?“

Der „Normalerweise-Satz“ hilft dabei, die Meta-Ebene einzunehmen und sich nicht treffen zu lassen.

Natürlich kann auch gleich eine Antwort damit formuliert werden wie zum Beispiel:

„Normalerweise antworte / reagiere ich auf so was nicht. Doch bei Ihnen will ich mal eine Ausnahme machen…“

Und schon habe ich die Schrecksekunde überwunden, kann wieder klar denken und eine entsprechende angemessene Reaktion zeigen.

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Kreativitätsübung Juni

Nehmen Sie das Wort: »Schlag« und bilden Sie aus den einzelnen Buchstaben drei unterschiedliche, sinnvolle Sätze, so dass jeder Buchstabe der Anfangsbuchstabe eines Worts ist.

z. B. Schon Camilla holte lieber alle Gurken.

Und nun das Gleiche mit dem Begriff »Fertigkeit«.

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 Finden Sie 5 Minuten lang Adjektive, die den Kölner Dom beschreiben

z. B. hoch, beeindruckend, alt, …

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 Denksport des Monats

Sie kommen an eine Weggabelung. Einer der beiden Wege führt ins Nirgendwo, der andere in die goldene Stadt. An der Weggabelung stehen zwei Wächter, von denen einer immer die Wahrheit sagt und der andere immer lügt. Allerdings wissen sie nicht, welcher lügt und welcher die Wahrheit sagt. Wie können Sie mit nur einer Frage herausfinden, welcher der beiden Wege der richtige ist?

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

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Der Angriff des Monats Juni

Situation: Im Supermarkt sind Sie ein bisschen genervt, nach dem der Mann vor Ihnen ‚etwas länger‘ zum einkaufen und einpacken braucht. Beim Loslaufen reißt Ihm die Plastiktüte und Sie lassen sich zu dem Kommentar hinreißen: „Mit einer Stofftasche wäre Ihnen das nicht passiert.“ Darauf antwortet er:

 „Sie glauben wohl Sie sind perfekt?“

 Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

Mögliche Reaktionen:

  1. „Nein, soweit würde ich wohl nicht gehen.“
    Sie antworten direkt auf die Frage und überhören dabei die Bosheit.
  2. „Nein, aber ich verbessere mich jeden Tag.“
    Wenn Sie das »ich« besonders betonen, beziehen Sie einen Teil der Aussage auf den Sprecher. Damit wir der ins Unrecht gesetzt.
  3. „Ich glaube das zwar nicht, aber wenn Sie mich als perfekt einschätzen bedanke ich mich recht herzlich für das Kompliment.“
    Sie nehmen die Aussage positiv und übertreiben Ihrerseits. Dadurch irritieren Sie Ihr Gegenüber.
  4. „Glauben heißt nicht wissen. Was genau wollen Sie mir damit sagen?“
    Sie gehen kurz auf die Unverschämtheit ein und geben ihr eine witzige Wendung. Durch die Frage ist der Ball wider beim Anderen. Das ist nur empfehlenswert, wenn Sie eine weitere Konversation wünschen.
  5. „Nein, aber ich bemühe mich (im Gegensatz zu Ihnen), so zu leben, dass andere nicht gestört werden.“
    Raffinierte Wendung und milder Gegenangriff
  6. „Ja natürlich, genau so perfekt wie jeder andere von uns!“
    Sie geben eine direkte Antwort auf die Frage. Das klingt sehr souverän.
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