Der Angriff des Monats März

Situation: Beim Elternabend im Kindergarten wird Ihnen eröffnet, dass die Beiträge sich entsprechend dem Einkommen der Eltern anpassen. Da Sie zwei Kinder in diesem Kindergarten haben, würde sich durch diese Maßnahme Ihr Beitrag verdoppeln. Sie vertreten eine Beibehaltung der bisherigen Gebühren. Darauf  meint der Vorstand:

„Wir wollen soziale Gerechtigkeit. Deshalb liegt nahe…“

Überlegen Sie zunächst Ihre eigene Antwort.

 

Mögliche Reaktionen:

  1. Soziale Gerechtigkeit ist eine abgedroschene Phrase. Was genau bedeutet das für Sie?
  2. Was genau verstehen Sie in diesem Zusammenhang unter: »Soziale Gerechtigkeit«?
    – Die Reaktion bei diesen beiden Varianten ist jeweils eine Frage. Fragen sind immer eine gute Möglichkeit, um den anderen zum Nachdenken zu bringen und aus dem Reiz-Reaktions-Schema zu holen.
  3. Soziale Gerechtigkeit ist doch nur ein Schlagwort, unter dessen Fahne viele versuchen, ihre eigenen Interessen durchzuboxen.
  4. Sehen Sie, wir verfolgen dieselben Ziele, wir wollen auch soziale Gerechtigkeit! Aber unseres Erachtens ist dies wesentlich besser und schneller über einen anderen Weg, als den Ihren, zu erreichen.
    – Sie stimmen dem zu, in dem Sie beide sich einig sind und erweitern dann rein sachlich, Ihre Argumentation. Dabei bleiben Sie höflich und bestimmt.
  5.  … dass wir feststellen, was für uns »soziale Gerechtigkeit« bedeutet.
  6. Wir wollen eine Lösung für alle und genau deshalb ist es notwendig, dass wir in der Richtung weiterdenken.
  7. Bei uns herrscht Meinungsfreiheit. Da darf sogar der seine Meinung sagen, der gar keine hat.
    – Manchmal tut ein Gegenangriff einfach gut, doch überlegen Sie bitte hier wieder genau, ob sie diesen auch aussprechen.
  8. Wollen Sie durch einen Allgemeinplatz vom Thema ablenken? Wir sprachen über…
  9. Jeden gleich zu behandeln ist das Ungerechteste, was wir tun können. Stellen Sie sich vor, ein Gärtner würde seinen Garten ganz gerecht, gleich gießen und düngen. Da würde die Herrschaft schnell an die Spontanvegetation gehen. Das wollen wir nicht. Deshalb …
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Kluge Menschen ignorieren Beleidigungen

Wenn ein Dummkopf sich ärgert, lässt er es sich sofort anmerken.

Kluge Menschen ignorieren Beleidigungen, fassen sie positiv auf oder definieren sie kreativ um.

Wenn zum Beispiel jemand zu Ihnen – in diesem gewissen Ton – sagt:

„Na Du gefällst mir!“

Dann haben Sie nun einige neue Reaktionsmöglichkeiten wie:

  • Danke für das Kompliment.
  • Schön, dass ich Dir gefalle. Das tut einfach gut.
  • Da hättest Du mich gestern erst mal sehen sollen.
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Stimmen aus dem Parlament

Heiner Geißler wurde in den 80er Jahren bei einer Podiumsdiskussion die Frage gestellt: »Herr Geißler, wie würden Sie eigentlich argumentieren, wenn bei der nächsten Bundestagswahl Rot-Grün die Mehrheit hätte?«
Darauf antwortete Geißler: »Verehrter Herr Fragesteller, Ihre Frage liegt etwa auf dem folgenden Niveau: Wenn Eichhörnchen Pferde wären, könnten wir die Bäume hinaufreiten. Nun sind Eichhörnchen nachweislich keine Pferde…«

Abgeordneter zum anderen: »Sie machen ja in keiner Sitzung den Mund auf.« Antwort: »Sie irren sich, immer wenn ich Sie reden höre, muss ich gähnen.«

Die Münchner Illustrierte Quick fragte 1963 Franz Josef Strauß, ob in Zukunft Erhard ein besserer Bundeskanzler sein könnte als Adenauer. Er antwortete: »Wenn mich jemand fragt, ob Goethe oder Schiller der größere deutsche Dichter ist, sag ich immer „Ja!“«.

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Reaktionsmöglichkeiten, ohne in die Luft zu gehen

Suchen Sie sich heute Ihre optimale Reaktion, um bei sich und in der eigenen Mitte zu bleiben. Hier kommt eine kleine Auswahl an Möglichkeiten. Ich freue mich auf Zuschriften, was sich sonst so bewährt hat beim Ruhigbleiben.

  • Luft anhalten, schlucken, ausatmen
  • Schweigen
  • Ein Zauberwort zurechtlegen, das eine Initialzündung auslöst
  • Einen positiven Energiesatz formulieren
  • Das Gute im Schlechten sehen
  • An Petra denken
  • Fragen stellen
  • Wutball bereithalten
  • Aktiv zuhören
  • Bis 5 zählen, dabei Blickkontakt halten
  • Reframen
  • Auszeit nehmen
  • Das Gefühl aussprechen. Ich bin jetzt wütend!
  • Petra anrufen
  • Aufstehen, sich bewegen, weggehen

Bitte schicken Sie mir Ihre eigenen bewährten Reaktionsmuster, um nicht in die Luft gehen zu müssen. Unter den Einsendungen verlose ich eines meiner Bücher zum Thema: Mehr Schlagfertigkeit.

Einsendeschluss für die Verlosung ist der 31. März 2017. Also: Jetzt oder nie 🙂

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Kreativitätsübung Februar

Beantworten Sie folgende Fragen zu dem Gegenstand »Regenschirm«.

  1. Wofür kann dieser Gegenstand noch verwendet werden (ohne ihn zu verändern)?
  2. Was könnte man stattdessen benutzen? Was ist diesem Gegenstand ähnlich?
  3. Wie könnte er für einen anderen Verwendungszweck umgestaltet werden?
  4. Was wäre, wenn er größer (dicker, schwerer, stärker) wäre?
  5. Was wäre, wenn er kleiner (dünner, leichter, kürzer) wäre?
  6. Womit könnte man ihn kombinieren?

Wählen Sie nun einen eigenen Gegenstand und wenden Sie die Fragen noch einmal an.


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Finden Sie 5 Minuten lang Assoziationen oder Anwendungsmöglichkeiten für einen Teller.

Fragen Sie sich: Was ist auch weiß und rund?

Was kann man mit einem Teller alles tun? Wofür kann man ihn verwenden?

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Finden Sie 17 Anagramme basierend auf dem Begriff: »Geschäftsleitung«.

z. B. Scheine, lustige Chefs tagen, Seilschaft, Fälschung, …

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Denksport des Monats

Vervollständigen Sie die Reihe:

M D M D

Welcher Buchstabe kommt als nächstes?

Tipp: Lassen Sie sich nicht von der Regelmäßigkeit täuschen. Überlegen Sie, wofür die Anfangsbuchstaben stehen könnten?
… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

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Der Angriff des Monats Februar

Situation: Sie setzen sich beim Elternabend vehement für das Schulessen ein. Ihrer Meinung nach soll die neue Mensa so schnell wie möglich in Betrieb genommen werden. Sie haben drei Kinder in dieser Schule und brauchen die durchgängige Versorgung. Nun hören Sie die freundlich-süße Stimme Ihrer Vorsitzenden:

 „Wer geschieden ist, kann darüber so denken, aber…“

 Erst Ihre eigene Antwort:

 

Mögliche Reaktionen:

  1. Nicht, wer geschieden ist, sondern jemand, der flexibel ist in seinem Denken, der kann so darüber denken.
  2. Aber als Nichtverheiratete sehe ich das ganz anderes.
    – Durch das Umdefinieren erhalten Sie Ihren Abstand und weisen den Sprechenden darauf direkt hin.
  3. Alles nur eine Frage klarer Entscheidungen.
    Da, wie sie ja wissen, ein Großteil der Bevölkerung bereits mindestens einmal geschieden ist, können Sie davon ausgehen, dass dieser Gedanke sehr realitätsnah ist.
    – Sie gehen rein sachlich auf die Aussage ein, ohne auf die spitze Bemerkung Bezug zu nehmen. Das kann sehr souverän wirken.
  4. Sie müssen es ja wissen. Und wie denken Sie nun genau darüber?
  5. Oh, interessanter Standpunkt – wie kommen Sie darauf?
  6. Entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie mit meinen Äußerungen überfordert habe.
  7. Die Betonung liegt auf »kann«, er »kann« demnach auch anders denken.
    – Sie nehmen ein Wort heraus und reagieren auf das. Auch das ist eine gute Variante, um Ihren eigenen Abstand beizubehalten und sich nicht getroffen zu fühlen.
  8. Wer geschieden ist, ist nur nicht mehr verheiratet, sein Denken ist davon nicht beeinträchtigt.
TIPP: Wenn Sie das Gefühl haben Ihnen tritt jemand zu nahe, dann wirkt eine Antwort wie die folgende, immer souverän:

Meine persönliche Situation hat nichts mit dieser Angelegenheit zu tun. Bitte bleiben Sie bei der Sache.

 

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Was wir von Herrn Adenauer zum Thema Schlagfertigkeit lernen können

So wird jede langweilige Besprechung zur inspirierenden Veranstaltung. Nehmen Sie sich ein Muster am Tag vor und überlegen Sie bei Äußerungen anderer, was Sie darauf antworten könnten. Da unser Gehirn nicht unterscheidet zwischen tatsächlich Gesagtem und nur Überlegtem, können sie auch durch Durchdenken Ihr Reaktionsrepertoire erweitern. Und… es macht gar nichts, wenn Ihnen nicht sofort etwas einfällt. Da niemand weiß, woran Sie gerade heimlich üben, probieren Sie es einfach mit der nächsten Aussage wieder 🙂

Beginnen Sie also jeden Morgen neu mit Ihren Übungen zur Schlagfertigkeit. Machen Sie es wie Herrn Adenauer, der mal gesagt hat:

  • Niemand kann mich daran hindern, jeden Tag etwas klüger zu werden.
  • Nehmen Sie die Menschen wie sie sind. Andere gibt‘s nicht.

Wenn Ihnen mal was schiefgeht, dann nehmen Sie den Spruch:

  • Morgen gibt es eine neue Zeitung!
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Tatsächlich passiert

Letzte Woche sagte ein Postbeamter zu mir: »Ach Sie schon wieder mit Ihrer Büchersendung!« Da konnte ich das Jahr doch gleich mit einer kleinen Übungseinheit in Sachen Schlagfertigkeit beginnen. Ich hab ihn mit dem »Du-kommst-hier-nicht-rein-Blick« angesehen und dabei überlegt, welche Reaktion ich jetzt auswähle. Zur Auswahl hatte ich:

  • Ich freu mich auch Sie zu sehen.
  • Gut erkannt.
  • Schön, dass Sie wieder für mich arbeiten.
  • Ist das bei der Post Einstellungsbedingung, Sendungen sofort einordnen zu können?
  • Was wollen Sie mir damit sagen?
  • Warum denn heute so freundlich?

Und gesagt habe ich: »Warten Sie nur bis morgen. Da bringe ich zwei!«

Was wäre Ihnen in der Situation eingefallen? Machen Sie es wie ich. Nutzen sie Alltagssituationen für Ihre tägliche Übung.

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Kreativitätsübung Januar

Bilden Sie drei Sätze aus den Buchstaben des Wortes: »Laserdrucker«.

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Gehen Sie durch das Alphabet und finden Sie pro Buchstabe ein Tier, das mit dem Buchstaben beginnt.

Ameise, Bär, Chamäleon, …

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Finden Sie 4 Minuten lang Transportmittel.

z. B. Tupperdose, ICE, Heißluftballon, …

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Denksport des Monats

Vier Leute wollen über eine Hängebrücke auf die andere Seite eines Abgrunds. Es können immer nur zwei Personen gleichzeitig über die Brücke. Sie haben nur eine Taschenlampe dabei, die auch jedes Mal mitgenommen werden muss, da sonst der Weg nicht zu erkennen ist. Die Lampe muss auch jedes mal wieder zurücktransportiert werden. Die Wanderer sind unterschiedlich gut zu Fuß. Einer von ihnen braucht 5 Minuten, einer 10, einer 20 und einer 25 Minuten um die Brücke zu überqueren. Die Brenndauer der Taschenlampe beträgt genau eine Stunde. Wie können sie die Brücke in nur 60 Minuten überqueren?

Tipp: Lassen Sie immer 2 Personen gleichzeitig laufen und probieren Sie die Varianten aus, die Ihnen zunächst seltsam vorkommen…

 … wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

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Der Angriff des Monats Januar

Situation: Sie müssen Ihre Kinder vom Kindergarten abholen und haben gerade eine größere Portion Sauerkraut auf dem Herd. Die Küche ist voller Dampf und Ihre Kleidung und die Haare haben entsprechend gelitten. Nun stehen Sie abgehetzt vor dem Kindergarten und eine andere Mutter sagt mit einem Seitenblick schnippisch:

 „Shampoo ist bei Ihnen wohl knapp!“

Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

Mögliche Reaktionen:

  1. Wieso, wollen Sie sich welches bei mir borgen?
    Das ist eine raffinierte Variante. Sie beziehen den Angriff / die Spitze nicht auf sich sondern auf die Sprecherin.
  2. Wieso, kann ich mir bei Ihnen welches ausleihen?
  3. Klar, meiner Gesundheit zu Liebe verdünne ich es mit Wasser.
  4. Nö, aber ich wusste, ich kann Ihnen eine Freude machen, wenn ich mit ungewaschenen Haaren komme.
  5. Haben Sie keinen Frisör, der Ihnen zuhört?
  6. Ich habe das leider nicht richtig verstanden. Was möchten Sie mir mit dieser Andeutung mitteilen?
    Das ist eine wunderschöne Standardantwort, die Ihnen in vielen Situationen gute Dienste leisten kann.
  7. Wenn ich Sie so anschaue bin ich froh, dass es bei mir nur das Shampoo ist.
  8. Seife und Deo auch, ist Ihnen das noch nicht aufgefallen?
    Durch eine Übertreibung zeigen Sie dem anderen wunderbar, dass Sie über den Dingen stehen.
  9. In der Wahl seiner Feinde kann man nicht vorsichtig genug sein. (Oscar Wilde)
  10. Das ist der neue Look: „Wash and wear!“
    Auch eine gute Variante, die Zustimmung bei gleichzeitigem Überhören der tatsächlichen Spitze.
  11. Es tut mir leid, wenn Ihnen meine Frisur nicht gefällt. Trotzdem haben Sie nicht das Recht, so mit mir zu sprechen.
  12. Nein. Blendet Sie mein glänzendes Haar?
  13. Würde Hirnlosigkeit vor Kopfschmerzen schützen, könnten die Aspirin-Produzenten ihre Läden schließen. (Gabriel Laub)
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