Warum muss ich überhaupt etwas antworten?

Das ist eine gute Frage. Überhören kann eine sehr gute Strategie sein. Denn der Angreifer merkt nur an Ihrer Reaktion, ob er mit seiner Bemerkung ins Schwarze getroffen hat oder nicht. Allerdings will auch das »Überhören« gelernt sein.

Dabei ist wichtig:

  • Schauen Sie dem anderen aufmerksam in die Augen.
  • Setzen Sie einen bestimmten Blick auf.
  • Wenn Sie wollen – das ist dann die Kür – lassen Sie dabei Ihre Augen funkeln.

Halten Sie den Kopf gerade und den Blickkontakt etwa drei Sekunden, dann brechen Sie diesen bewusst ab. Wird Blickkontakt zu lange gehalten, so ermuntert das den anderen dazu, noch etwas nachzulegen. Reagieren Sie nun entweder distanziert angemessen oder sprechen Sie über etwas anderes.

Auf keinen Fall den Blickkontakt meiden!

Den Blick abzuwenden ist eine Unsicherheitsgeste, die Sie als Opfer darstellt oder sogar wie ein Schuldgeständnis wirkt. Wenn es Ihnen schwer fällt, in solchen Situationen anderen in die Augen zu sehen, dann üben Sie dieses beredete Schweigen einfach mit einer Person Ihres Vertrauens: Drücken Sie ohne Worte aus, dass Sie gar nicht die Absicht haben, auf solch einen Blödsinn zu antworten.

Der amerikanische Schriftsteller Josh Billings sagte einmal: „Schweigen ist eines der am schwierigsten zu widerlegenden Argumente.“

Oder, wie Abraham Lincoln es ausgedrückt haben soll: „Es ist besser zu schweigen und als Idiot verdächtigt zu werden, als zu reden und dadurch jeden Zweifel zu beseitigen.“

Üben Sie, generell diese Pause vor Ihre Antwort zu setzen.

  • Damit gewinnt jede Antwort an Bedeutung.
  • Sie erhöhen Ihren kommunikativen Status.
  • Sie gewinnen Zeit zum Überlegen.

Der Treppenwitz: Warum ist mir das nicht vorher eingefallen?!!

– »Ihre Aussagen haben die Haltbarkeitsdauer eines Joghurts!«
– »Sehen Sie Blindschleiche nicht, dass da Schwarz auf Weiß steht, dass …«
– »Sie lügen wie gedruckt!«

Kennen Sie das? Jemand wirft Ihnen eine Bosheit an den Kopf. Sie sind wie vor den Kopf gestoßen und finden keine adäquate Antwort.

Plötzlich – 10 Minuten oder Stunden später –, natürlich wenn die Situation schon lange vorbei ist, fällt Ihnen eine schlagfertige Antwort ein:

  • »Dazu braucht’s schon eine Brillenschlange (wie Sie).«
  • »Niemand kann mich daran hindern, jeden Tag etwas klüger zu werden.«
  • »Das ist keine Lüge, das ist lediglich eine terminologische Inexaktheit!«
  • »Es ist richtig, dass wir letzte Woche noch nicht alle Fakten hatten. Heute ist die Situation folgendermaßen…«

Weil uns die Antwort erst auf der Treppe einfällt, nennen wir das auch den Treppenwitz. Dann ärgern wir uns maßlos und denken Dinge wie: »Mist, wieso ist mir das nicht vorhin eingefallen?«

Das machen Sie bitte ab sofort nicht mehr!

Die Tatsache, dass Ihnen eine Antwort (im Nachhinein) einfällt zeigt doch, dass Ihr Unterbewusstsein für Sie arbeitet und angestrengt nach einer Lösung sucht. Werten Sie das bitte nicht ab, indem Sie sich beschimpfen. Freuen Sie sich lieber, dass jetzt eine Antwort auftaucht!

Wenn Sie so vorgehen, dann wird die Zeitspanne, bis Ihnen etwas Pfiffiges einfällt, immer kürzer. Sie können diesen Effekt sogar noch beschleunigen, indem Sie jede Situation nachbereiten und sich immer wieder fragen: »Was hätte ich noch antworten können?«

Damit trainieren Sie Ihr Gehirn und haben bald eine große Auswahl an Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Geben Sie sich nicht mit der ersten Antwort zufrieden. Suchen Sie immer nach mehreren. Oft ist die zweite Antwort die bessere.

Denken Sie an Karl Valentin. Der sagte einmal: „Jedes Ding hat drei Seiten: Eine positive, eine negative und eine komische.“ Sobald Sie das Komische in jeder Situation sehen können, fällt Ihnen auch schnell eine passende Antwort ein.

Streiten Sie Tatsachen nie ab!

»Ja ich bin schwul und das ist gut so!« Wowereit
»Ich färbe meine Haare nicht, nein, meine Haare färb‘ ich nicht!« Frei nach Rumpelstilzchen und Altkanzler Schröder

Welches Gefühl beschleicht Sie, wenn Sie diese beiden Aussagen / Zitate lesen? Die meisten reagieren auf die erste Aussage vor allem positiv, bei der zweiten tauchen eher Ideen auf wie:

  • Ob da nicht doch was dran ist?
  • Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
  • Der hat‘s ja nötig.

Wir Menschen neigen dazu, Dinge richtigstellen zu wollen oder erst mal dagegen zu gehen. Oft ist die optimale Reaktion auf eine Anfeindung jedoch, einem Teil oder der ganzen Aussage zuzustimmen. Das nimmt dem anderen den Wind aus den Segeln und kann uns zu souveränen Reaktionen verhelfen.

Was sagen Sie also, wenn das nächste Mal jemand zu Ihnen sagt:

  • Typisch Frau / Mann!
  • Wirklich wichtige Menschen brauchen sich nicht ständig selber zu beweisen!

Kreativitätsübung März

Finden Sie ein Wort, das jedem der anderen fünf Begriffe vorangestellt werden kann, so dass sich jeweils fünf zusammengesetzte Substantive ergeben.

 

…                     Nachbar                                   …                     Otter

…                     Tennis                                      …                     Fahrt

…                     Decke                                       …                     Zeichen

…                     Rede                                         …                     Ritter

…                     Bein                                           …                     Bein

 

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Finden Sie 7 Minuten lang Begriffe, die etwas mit der Zahl »12« zu tun haben.

  1. B. Monate, Apostel, 12-teiliges Geschirr, …

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Formulieren Sie für folgende Beleidigungen je eine Zurückweisung. Nehmen Sie sich pro Antwort soviel Zeit, wie Sie benötigen.

  • Halten Sie doch den Mund, Sie Vogelscheuche.
  • Sie betrügen / belügen Ihre Mitarbeiter.
  • Warum sind Sie nur so blöd?
  • Was lernt man denn sonst noch auf der Baumschule?
  • Eine vorgesetzte Pfeife kann nur heiße Luft produzieren.

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Denksport des Monats

An einem kalten Wintermorgen stürzt das Baugerüst um einen 40 m hohen Fabrikschornstein ein. Der Arbeiter kann sich gerade noch auf dem Kaminsims in Sicherheit bringen. Die Feuerwehrleiter ist nicht hoch genug und ein Kran ist auch nicht greifbar. In der Kälte hält er es, trotz dickem Strickpulli, nicht länger als eine Stunde da oben aus. Ein Mädchen kommt auf einen genialen Einfall und schon eine halbe Stunde später ist er auf dem Boden in Sicherheit. Wie hat sie das gemacht?

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

Anekdoten

Hans von Bülow eilte in Bayreuth über die Straße. Ein Verehrer nähert sich mit den Worten: »Ich wette, Herr von Bülow, Sie kennen mich nicht mehr.« Der sagte: »Gewonnen!« und enteilte.

Theodor Mommsen sagte nach einem Blick auf die Festschrift zu seinem 60sten Geburtstag: »Ich werde Monate brauchen, den Unsinn zu widerlegen.«

Der amerikanische Hypnotherapeut Milton H. Erickson ging gegen 16 Uhr in einem entlegenen Stadtteil spazieren, als ein gefährlich aussehender Mann aus einer Toreinfahrt sprang und sich bedrohlich vor ihm aufbaute. Erickson schaute auf seine Uhr und sagte: »Es ist genau zehn Uhr« – und ging einfach weiter. Nach etwa 100 Metern schaute er sich um, da stand der Mann immer noch regungslos an derselben Stelle.

Embodiment für die Schlagfertigkeits-Methode Zustimmen

Spontantheater JA GENAU

Bei einer Übung im Spontantheater stellen die Spieler Behauptungen auf, die der andere zunächst mit: »Ja genau!« annimmt und anschließend begründet. Durch diesen Modus denken wir zunächst in Richtung Zustimmung, bevor wir dagegen argumentieren.

Welchen Mottosatz verbinden Sie mit dieser Haltung?

• Ja genau!
• Welchem Teil stimme ich diesmal zu?
• Ich bin dafür!
• …

Übung macht den Meister!
Die Embodiments üben Sie für den Ernstfall folgendermaßen ein.
Versetzen Sie sich mit Hilfe folgender Fragen in den gewünschten Zustand.
• Was nehmen Sie in dieser Rolle mit den Sinnen wahr?
• Was sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken Sie? Zum Beispiel:
• Wie stehen Sie da? (gerade, leicht gebückt, Rücken durchgedrückt, Füße parallel oder leicht versetzt…?)
• Wie ist Ihre Kopfhaltung?
• Wo sind Ihre Hände?
• Wie ist Ihr Gesichtsausdruck?
• Wie ist Ihre Atmung?

Verstärken Sie diese Empfindung. Fühlen Sie sich ganz wie Ihr Vorbild. Potenzieren Sie das Gefühl und genießen Sie es. Verbinden Sie das Gefühl mit Ihrem Mottosatz. Atmen Sie tief ein und sprechen Sie beim Ausatmen Ihren Mottosatz. Wiederholen Sie das dreimal.
Verlassen Sie jetzt Ihr Vorstellungsbild und bewegen Sie sich ein wenig. Schütteln Sie Arme und Beine aus und seien Sie wieder Sie selbst.
Und nun wechseln Sie mit Hilfe Ihres Mottosatzes, der Haltung,… mehrfach ins Vorstellungsbild und zurück. Diesen Teil der Übung wiederholen Sie bitte die nächsten 3 Wochen täglich, am besten morgens und abends. Gut nutzen können Sie dafür auch Wartezeiten beim Einkaufen, an der Ampel,…
Führen Sie die Übung so lange durch, bis die Gefühlsänderung sich auf „Knopfdruck“ einleiten lässt, sie sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen ist und Sie – wie beim Autofahren – nicht mehr überlegen müssen, wo der nächste Gang ist sondern automatisch agieren können wie Ihr Vorstellungsbild.
Dabei viel Erfolg!

Leibwächter für’s „gelassen bleiben“

Sache und Beziehung trennen:

  • erst auf die Beziehung eingehen,
  • danach auf die Sache antworten.

Beispielformulierung:

„Ich möchte etwas zur Sache sagen und auch zum Ton, den Sie anschlagen. Zunächst zum Ton: Ich empfinde ihn als anmaßend bis unverschämt. Er verdirbt die Atmosphäre dahingehend, dass nichts Neues entstehen kann. Zur Sache möchte ich Ihnen aufzeigen, worin für mich das Neue liegt…“