Und wieder ein paar Zitate als clevere Reaktion

  • Auch das Denken schadet bisweilen der Gesundheit. Aristoteles
  • Wer sich in einer Diskussion auf seine Autorität beruft, gebraucht nicht den Verstand, sondern sein Gedächtnis. Leonardo da Vinci
  • Ein Jubiläum ist ein sehr wichtiges Datum, an dem eine Null für eine Null von mehreren Nullen geehrt wird. Sir Peter Ustinov
  • Besser einander beschimpfen als einander beschießen. Winston Churchill
  • Sich zurückziehen, um besser Anlauf nehmen zu können. Frz. Sprichwort
Share

Der Angriff des Monats August

Situation: Sie sitzen mit einer Freundin auf einer Parkbank und unterhalten sich angeregt. Dabei haben Sie viel Spaß und lachen herzhaft. Auf der Parkbank daneben sitzt ein Herr und liest Zeitung. Auf einmal schaut er auf und sagt ganz unvermittelt:

Ihr Lachen verursacht mir eine Gänsehaut.

Ihre Antwort:

 

Mögliche Reaktionen:

 

  1. Dann schaudern Sie doch in sich hinein und bleiben in Ihrer trüben Stimmung.
    Sie verwenden eine Assoziation zum Thema „Gänsehaut“ und setzen eins drauf. So machen Sie sich zwar keine Freunde, doch der Angriff war auch nicht freundlich, deshalb ist das angemessen.
  2. Sie lassen sich aber leicht verunsichern!
  3. Ich hab ja eine Theorie, weswegen das bei Ihnen so ist, behalte sie aber für mich.
  4. Wie schön, ich hatte schon befürchtet, Sie damit schockiert zu haben!
  5. Wenigstens zeigen Sie Gefühle.
  6. Haben Sie sich schon mal überlegt, zur Gerichtsmedizin zu wechseln? Die sind genauso lustig.
  7. Ja, ist es so ansteckend?
    Damit eröffnen Sie eine weitere Runde. Denn solch eine Frage reizt dazu, noch mal nachzulegen. Wenn Sie in der Stimmung sind, Ihre Schlagfertigkeit zu trainieren, dann tun Sie das gerne. Wenn nicht, nehmen Sie lieber eine der anderen Varianten.
  8. Vielleicht sollte ich es mir patentieren lassen?
  9. Wenn ich Sie so sehe, wäre mir auch eher zum Weinen zumute.
  10. Wie wär’s bei Ihnen mal mit: »Hören statt stören!«
    9 und 10 sind witzig, jedoch auch heftig. Machen Sie diese Reaktion davon abhängig, wie der Ton Ihres Gegenüber war. Bei einem aggressiven Tonfall ist die Reaktion angemessen. War er eher leidend, dann wählen sie ein anderes Muster.
Share

Der Angriff des Monats Juni

Situation: Sie sind im August auf einem Gartenfest eingeladen. Das Wetter ist wunderschön und Sie haben Freude daran, sich einmal wieder so richtig schön anzuziehen. Sie wählen ein gewagtes Oberteil, in dem Ihre gute Figur zur Geltung kommt. Sie amüsieren sich ausgezeichnet, doch gerade als Sie sich noch einmal Bowle nachschenken wollen kommen Sie an drei Damen vorbei, die in Ihre Richtung sehen und miteinander tuscheln. Sie vernehmen den Satz:

 „Na die hat’s nötig.“

Kreieren Sie erst Ihre Antwort:

 

Mögliche Reaktionen:

 

  1. „Das habe ich gehört!“
    –        Sagen Sie das bedeutungsvoll, schauen Sie die Damen dabei direkt an und gehen Sie dann weiter. Damit lassen Sie die drei souverän im Regen stehen. Und Sie lassen sich auf das Spiel nicht ein, sondern bestimmen die Regeln selbst.
  2.  „Es wird ja immer nur der angegriffen, der den Ball hat. Also – danke für das Kompliment.“
  3.  „Schön, dass ich zu Ihrer Unterhaltung beitragen konnte.“
    –        Sie nehmen es humorvoll und zeigen durch diese Bemerkung, dass Sie über den Dingen stehen. Und – Sie lassen sich die Laune nicht verderben.
  4. „Was meinen Sie denn mit „nötig“?“.
  5. „Ich finde es auch schön, Sie hier zu sehen!“
    –        Die ironische Variante. Sie nehmen das Gegenteil und setzen die Übertreibung drauf. Eine gelungene Antwort, wenn Sie sich auf das Spiel einlassen wollen.
  6. „Sie haben es richtig erkannt. Es hat mir heute Freude gemacht, mich für diesen Anlass außergewöhnlich anzuziehen.“
  7. „Wenn ich Sie so ansehe, würde Ihnen ein bisschen Pep auch nicht schaden.“
    –        Sie gehen hier zum Gegenangriff über. Damit zeigen Sie jedoch auch, dass Sie sich angegriffen fühlen. Wenn Sie sich die Laune verderben lassen wollen, dann ist das die richtige Reaktion dafür.
Share

Der Angriff des Monats Mai

Situation: Sie haben sich einen neuen teuren Pullover gekauft und stellen – leider erst – nach der ersten Wäsche fest, dass er einen doch recht auffälligen Webfehler hat. Sie gehen zurück ins Geschäft, um den Fehler zu reklamieren und bekommen von der Verkäuferin die pampige Antwort:

 „Das ist nicht mein Problem.“

  Erst Ihre Antwort:

 

Mögliche Reaktionen:

 

  1. Das wird es aber werden, wenn Sie sich der Sache nicht annehmen.
  2. Aber das kann ganz schnell Ihr Problem werden, wenn ich mich sofort zu Ihrem Vorgesetzten begebe.
    –        So eine schnelle Drohung liegt uns auf der Zunge, wenn uns im Kundenservice jemand so unprofessionell begegnet. Wenn Sie zu diesem Mittel greifen, müssen Sie allerdings auch bereit sein, die Drohung in die Tat umzusetzen.
  3. Ungelöste Probleme sind die Evergreens der Politiker. (David Frost)
  4. Problem ist so ein hässliches Wort. Jetzt nehmen wir einmal an, es wäre eine Herausforderung für Sie. Wie würden Sie dann dazu stehen?
    –        Sie bleiben konstruktiv und beziehen sich nur auf ein Wort. Dadurch bleiben Sie handlungsfähig und gehen nicht zum Gegenangriff über. Damit haben Sie eine gute Chance, Herrin der Lage zu bleiben.
  5. Ich sehe schon, Ihre Anwesenheit hat lediglich dekorative Bedeutung.
    –        Mit der Bemerkung heben Sie den Fehdehandschuh auf und gehen zum Angriff über. Ob das eine günstige Strategie ist, um zu einem Umtausch zu kommen ist fraglich. Doch es ist auf jeden Fall eine Genugtuung für Sie.
  6.  Der Weitblick mancher Leute besteht darin, die nächsten Probleme zu übersehen. (Wolfgang Eschker)

 

TIPP: Wägen Sie ab, wie viel Ihnen dieses Geschäft und der Vorgang wert ist. Wollen Sie für diese eine Situation eine adäquate Lösung oder wollen Sie eine allgemeine Genugtuung? Stehen Sie auf jeden Fall für sich ein und lassen Sie sich nicht abwerten. Noch zwei zielführende Fragen:

  • Ist das Ihre Vorstellung von Kundenservice?
  • Wollen oder können Sie mir keine klare Antwort geben?
Share

Der Angriff des Monats April

Situation: Sie wissen aus sicherer Quelle, dass in unmittelbarer Nähe Ihres Grundstücks ein Tennisplatz gebaut werden soll. Nun gehen Sie ins Rathaus, um Einspruch einzulegen. Darauf bekommen Sie von dem Sachbearbeiter die pampige Auskunft:

„Das sind doch alles Gerüchte und Erfindungen!“

Zuerst Ihre eigene Antwort:

 

Mögliche Reaktionen:

 

  1. Woher kommt bei Ihnen die Annahme, dass ich hierfür keine Fakten vorliegen habe?
  2. Meine Anfragen basieren grundsätzlich auf einer guten Recherche. Ich kann Ihnen gerne die Unterlagen mit den Fakten zeigen, die dies belegen, wenn Sie meinen Ausführungen keinen Glauben schenken wollen.
    – Beide Antworten gehen nur  auf die Sache und nicht auf den Ton oder den versteckten Angriff ein. Damit bleiben sie souverän und lassen sich nicht dazu verleiten, auf die gleiche Ebene zu wechseln, wie Ihr Widersacher.
  3. Na, Sie müssen das ja wissen.
  4. Wirklich? Was macht Sie so sicher?
  5. …war die Meinung führender Wissenschaftler zu den Theorien eines Bibliotheksangestellten namens Albert Einstein.
  6. An jedem Gerücht ist ein bisschen was Wahres – und Erfindungen bringen die Menschheit weiter.
  7. Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Gerüchte sind die Rauchfahnen der Wahrheit.
    – Sprichwörter und Klischees sind wunderbare Antwortgeneratoren. Sie bedienen sich hier eines Sprichwortes und beweisen dadurch Ihr Assoziationsvermögen. Wenn Sie nun eine Frage anschließen, geht der andere auf die Sachebene – also dahin, wo Sie ihn haben wollen.
  8. Danke für den Begriff »Erfindungen«. Immerhin leben wir im Lande der Dichter und Denker. Erfindung bedeutet Fortschritt. Wie ist Ihre Meinung?
  9. Aber es nutzt nichts, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen.
  10. Ihr Optimismus freut mich, ich kann ihn aber nicht bestätigen.
    – Sie fassen die Aussage als positiv und konstruktiv auf. Darauf kann der Andere ganz schwer in der „Angriffsrinne“ bleiben. Sie haben nun die Möglichkeit, durch gezielte Fragen oder Aussagen das Gespräch in positive Bahnen zu lenken.
Share

Stimmen aus dem Parlament

Heiner Geißler wurde in den 80er Jahren bei einer Podiumsdiskussion die Frage gestellt: »Herr Geißler, wie würden Sie eigentlich argumentieren, wenn bei der nächsten Bundestagswahl Rot-Grün die Mehrheit hätte?«
Darauf antwortete Geißler: »Verehrter Herr Fragesteller, Ihre Frage liegt etwa auf dem folgenden Niveau: Wenn Eichhörnchen Pferde wären, könnten wir die Bäume hinaufreiten. Nun sind Eichhörnchen nachweislich keine Pferde…«

Abgeordneter zum anderen: »Sie machen ja in keiner Sitzung den Mund auf.« Antwort: »Sie irren sich, immer wenn ich Sie reden höre, muss ich gähnen.«

Die Münchner Illustrierte Quick fragte 1963 Franz Josef Strauß, ob in Zukunft Erhard ein besserer Bundeskanzler sein könnte als Adenauer. Er antwortete: »Wenn mich jemand fragt, ob Goethe oder Schiller der größere deutsche Dichter ist, sag ich immer „Ja!“«.

Share

Reaktionsmöglichkeiten, ohne in die Luft zu gehen

Suchen Sie sich heute Ihre optimale Reaktion, um bei sich und in der eigenen Mitte zu bleiben. Hier kommt eine kleine Auswahl an Möglichkeiten. Ich freue mich auf Zuschriften, was sich sonst so bewährt hat beim Ruhigbleiben.

  • Luft anhalten, schlucken, ausatmen
  • Schweigen
  • Ein Zauberwort zurechtlegen, das eine Initialzündung auslöst
  • Einen positiven Energiesatz formulieren
  • Das Gute im Schlechten sehen
  • An Petra denken
  • Fragen stellen
  • Wutball bereithalten
  • Aktiv zuhören
  • Bis 5 zählen, dabei Blickkontakt halten
  • Reframen
  • Auszeit nehmen
  • Das Gefühl aussprechen. Ich bin jetzt wütend!
  • Petra anrufen
  • Aufstehen, sich bewegen, weggehen

Bitte schicken Sie mir Ihre eigenen bewährten Reaktionsmuster, um nicht in die Luft gehen zu müssen. Unter den Einsendungen verlose ich eines meiner Bücher zum Thema: Mehr Schlagfertigkeit.

Einsendeschluss für die Verlosung ist der 31. März 2017. Also: Jetzt oder nie 🙂

Share

Der Angriff des Monats Februar

Situation: Sie setzen sich beim Elternabend vehement für das Schulessen ein. Ihrer Meinung nach soll die neue Mensa so schnell wie möglich in Betrieb genommen werden. Sie haben drei Kinder in dieser Schule und brauchen die durchgängige Versorgung. Nun hören Sie die freundlich-süße Stimme Ihrer Vorsitzenden:

 „Wer geschieden ist, kann darüber so denken, aber…“

 Erst Ihre eigene Antwort:

 

Mögliche Reaktionen:

  1. Nicht, wer geschieden ist, sondern jemand, der flexibel ist in seinem Denken, der kann so darüber denken.
  2. Aber als Nichtverheiratete sehe ich das ganz anderes.
    – Durch das Umdefinieren erhalten Sie Ihren Abstand und weisen den Sprechenden darauf direkt hin.
  3. Alles nur eine Frage klarer Entscheidungen.
    Da, wie sie ja wissen, ein Großteil der Bevölkerung bereits mindestens einmal geschieden ist, können Sie davon ausgehen, dass dieser Gedanke sehr realitätsnah ist.
    – Sie gehen rein sachlich auf die Aussage ein, ohne auf die spitze Bemerkung Bezug zu nehmen. Das kann sehr souverän wirken.
  4. Sie müssen es ja wissen. Und wie denken Sie nun genau darüber?
  5. Oh, interessanter Standpunkt – wie kommen Sie darauf?
  6. Entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie mit meinen Äußerungen überfordert habe.
  7. Die Betonung liegt auf »kann«, er »kann« demnach auch anders denken.
    – Sie nehmen ein Wort heraus und reagieren auf das. Auch das ist eine gute Variante, um Ihren eigenen Abstand beizubehalten und sich nicht getroffen zu fühlen.
  8. Wer geschieden ist, ist nur nicht mehr verheiratet, sein Denken ist davon nicht beeinträchtigt.
TIPP: Wenn Sie das Gefühl haben Ihnen tritt jemand zu nahe, dann wirkt eine Antwort wie die folgende, immer souverän:

Meine persönliche Situation hat nichts mit dieser Angelegenheit zu tun. Bitte bleiben Sie bei der Sache.

 

Share

Was wir von Herrn Adenauer zum Thema Schlagfertigkeit lernen können

So wird jede langweilige Besprechung zur inspirierenden Veranstaltung. Nehmen Sie sich ein Muster am Tag vor und überlegen Sie bei Äußerungen anderer, was Sie darauf antworten könnten. Da unser Gehirn nicht unterscheidet zwischen tatsächlich Gesagtem und nur Überlegtem, können sie auch durch Durchdenken Ihr Reaktionsrepertoire erweitern. Und… es macht gar nichts, wenn Ihnen nicht sofort etwas einfällt. Da niemand weiß, woran Sie gerade heimlich üben, probieren Sie es einfach mit der nächsten Aussage wieder 🙂

Beginnen Sie also jeden Morgen neu mit Ihren Übungen zur Schlagfertigkeit. Machen Sie es wie Herrn Adenauer, der mal gesagt hat:

  • Niemand kann mich daran hindern, jeden Tag etwas klüger zu werden.
  • Nehmen Sie die Menschen wie sie sind. Andere gibt‘s nicht.

Wenn Ihnen mal was schiefgeht, dann nehmen Sie den Spruch:

  • Morgen gibt es eine neue Zeitung!
Share

Der Angriff des Monats Januar

Situation: Sie müssen Ihre Kinder vom Kindergarten abholen und haben gerade eine größere Portion Sauerkraut auf dem Herd. Die Küche ist voller Dampf und Ihre Kleidung und die Haare haben entsprechend gelitten. Nun stehen Sie abgehetzt vor dem Kindergarten und eine andere Mutter sagt mit einem Seitenblick schnippisch:

 „Shampoo ist bei Ihnen wohl knapp!“

Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

Mögliche Reaktionen:

  1. Wieso, wollen Sie sich welches bei mir borgen?
    Das ist eine raffinierte Variante. Sie beziehen den Angriff / die Spitze nicht auf sich sondern auf die Sprecherin.
  2. Wieso, kann ich mir bei Ihnen welches ausleihen?
  3. Klar, meiner Gesundheit zu Liebe verdünne ich es mit Wasser.
  4. Nö, aber ich wusste, ich kann Ihnen eine Freude machen, wenn ich mit ungewaschenen Haaren komme.
  5. Haben Sie keinen Frisör, der Ihnen zuhört?
  6. Ich habe das leider nicht richtig verstanden. Was möchten Sie mir mit dieser Andeutung mitteilen?
    Das ist eine wunderschöne Standardantwort, die Ihnen in vielen Situationen gute Dienste leisten kann.
  7. Wenn ich Sie so anschaue bin ich froh, dass es bei mir nur das Shampoo ist.
  8. Seife und Deo auch, ist Ihnen das noch nicht aufgefallen?
    Durch eine Übertreibung zeigen Sie dem anderen wunderbar, dass Sie über den Dingen stehen.
  9. In der Wahl seiner Feinde kann man nicht vorsichtig genug sein. (Oscar Wilde)
  10. Das ist der neue Look: „Wash and wear!“
    Auch eine gute Variante, die Zustimmung bei gleichzeitigem Überhören der tatsächlichen Spitze.
  11. Es tut mir leid, wenn Ihnen meine Frisur nicht gefällt. Trotzdem haben Sie nicht das Recht, so mit mir zu sprechen.
  12. Nein. Blendet Sie mein glänzendes Haar?
  13. Würde Hirnlosigkeit vor Kopfschmerzen schützen, könnten die Aspirin-Produzenten ihre Läden schließen. (Gabriel Laub)
Share