Stimmen aus dem Parlament

Heiner Geißler wurde in den 80er Jahren bei einer Podiumsdiskussion die Frage gestellt: »Herr Geißler, wie würden Sie eigentlich argumentieren, wenn bei der nächsten Bundestagswahl Rot-Grün die Mehrheit hätte?«
Darauf antwortete Geißler: »Verehrter Herr Fragesteller, Ihre Frage liegt etwa auf dem folgenden Niveau: Wenn Eichhörnchen Pferde wären, könnten wir die Bäume hinaufreiten. Nun sind Eichhörnchen nachweislich keine Pferde…«

Abgeordneter zum anderen: »Sie machen ja in keiner Sitzung den Mund auf.« Antwort: »Sie irren sich, immer wenn ich Sie reden höre, muss ich gähnen.«

Die Münchner Illustrierte Quick fragte 1963 Franz Josef Strauß, ob in Zukunft Erhard ein besserer Bundeskanzler sein könnte als Adenauer. Er antwortete: »Wenn mich jemand fragt, ob Goethe oder Schiller der größere deutsche Dichter ist, sag ich immer „Ja!“«.

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Reaktionsmöglichkeiten, ohne in die Luft zu gehen

Suchen Sie sich heute Ihre optimale Reaktion, um bei sich und in der eigenen Mitte zu bleiben. Hier kommt eine kleine Auswahl an Möglichkeiten. Ich freue mich auf Zuschriften, was sich sonst so bewährt hat beim Ruhigbleiben.

  • Luft anhalten, schlucken, ausatmen
  • Schweigen
  • Ein Zauberwort zurechtlegen, das eine Initialzündung auslöst
  • Einen positiven Energiesatz formulieren
  • Das Gute im Schlechten sehen
  • An Petra denken
  • Fragen stellen
  • Wutball bereithalten
  • Aktiv zuhören
  • Bis 5 zählen, dabei Blickkontakt halten
  • Reframen
  • Auszeit nehmen
  • Das Gefühl aussprechen. Ich bin jetzt wütend!
  • Petra anrufen
  • Aufstehen, sich bewegen, weggehen

Bitte schicken Sie mir Ihre eigenen bewährten Reaktionsmuster, um nicht in die Luft gehen zu müssen. Unter den Einsendungen verlose ich eines meiner Bücher zum Thema: Mehr Schlagfertigkeit.

Einsendeschluss für die Verlosung ist der 31. März 2017. Also: Jetzt oder nie 🙂

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Der Angriff des Monats Februar

Situation: Sie setzen sich beim Elternabend vehement für das Schulessen ein. Ihrer Meinung nach soll die neue Mensa so schnell wie möglich in Betrieb genommen werden. Sie haben drei Kinder in dieser Schule und brauchen die durchgängige Versorgung. Nun hören Sie die freundlich-süße Stimme Ihrer Vorsitzenden:

 „Wer geschieden ist, kann darüber so denken, aber…“

 Erst Ihre eigene Antwort:

 

Mögliche Reaktionen:

  1. Nicht, wer geschieden ist, sondern jemand, der flexibel ist in seinem Denken, der kann so darüber denken.
  2. Aber als Nichtverheiratete sehe ich das ganz anderes.
    – Durch das Umdefinieren erhalten Sie Ihren Abstand und weisen den Sprechenden darauf direkt hin.
  3. Alles nur eine Frage klarer Entscheidungen.
    Da, wie sie ja wissen, ein Großteil der Bevölkerung bereits mindestens einmal geschieden ist, können Sie davon ausgehen, dass dieser Gedanke sehr realitätsnah ist.
    – Sie gehen rein sachlich auf die Aussage ein, ohne auf die spitze Bemerkung Bezug zu nehmen. Das kann sehr souverän wirken.
  4. Sie müssen es ja wissen. Und wie denken Sie nun genau darüber?
  5. Oh, interessanter Standpunkt – wie kommen Sie darauf?
  6. Entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie mit meinen Äußerungen überfordert habe.
  7. Die Betonung liegt auf »kann«, er »kann« demnach auch anders denken.
    – Sie nehmen ein Wort heraus und reagieren auf das. Auch das ist eine gute Variante, um Ihren eigenen Abstand beizubehalten und sich nicht getroffen zu fühlen.
  8. Wer geschieden ist, ist nur nicht mehr verheiratet, sein Denken ist davon nicht beeinträchtigt.
TIPP: Wenn Sie das Gefühl haben Ihnen tritt jemand zu nahe, dann wirkt eine Antwort wie die folgende, immer souverän:

Meine persönliche Situation hat nichts mit dieser Angelegenheit zu tun. Bitte bleiben Sie bei der Sache.

 

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Was wir von Herrn Adenauer zum Thema Schlagfertigkeit lernen können

So wird jede langweilige Besprechung zur inspirierenden Veranstaltung. Nehmen Sie sich ein Muster am Tag vor und überlegen Sie bei Äußerungen anderer, was Sie darauf antworten könnten. Da unser Gehirn nicht unterscheidet zwischen tatsächlich Gesagtem und nur Überlegtem, können sie auch durch Durchdenken Ihr Reaktionsrepertoire erweitern. Und… es macht gar nichts, wenn Ihnen nicht sofort etwas einfällt. Da niemand weiß, woran Sie gerade heimlich üben, probieren Sie es einfach mit der nächsten Aussage wieder 🙂

Beginnen Sie also jeden Morgen neu mit Ihren Übungen zur Schlagfertigkeit. Machen Sie es wie Herrn Adenauer, der mal gesagt hat:

  • Niemand kann mich daran hindern, jeden Tag etwas klüger zu werden.
  • Nehmen Sie die Menschen wie sie sind. Andere gibt‘s nicht.

Wenn Ihnen mal was schiefgeht, dann nehmen Sie den Spruch:

  • Morgen gibt es eine neue Zeitung!
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Der Angriff des Monats Januar

Situation: Sie müssen Ihre Kinder vom Kindergarten abholen und haben gerade eine größere Portion Sauerkraut auf dem Herd. Die Küche ist voller Dampf und Ihre Kleidung und die Haare haben entsprechend gelitten. Nun stehen Sie abgehetzt vor dem Kindergarten und eine andere Mutter sagt mit einem Seitenblick schnippisch:

 „Shampoo ist bei Ihnen wohl knapp!“

Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

Mögliche Reaktionen:

  1. Wieso, wollen Sie sich welches bei mir borgen?
    Das ist eine raffinierte Variante. Sie beziehen den Angriff / die Spitze nicht auf sich sondern auf die Sprecherin.
  2. Wieso, kann ich mir bei Ihnen welches ausleihen?
  3. Klar, meiner Gesundheit zu Liebe verdünne ich es mit Wasser.
  4. Nö, aber ich wusste, ich kann Ihnen eine Freude machen, wenn ich mit ungewaschenen Haaren komme.
  5. Haben Sie keinen Frisör, der Ihnen zuhört?
  6. Ich habe das leider nicht richtig verstanden. Was möchten Sie mir mit dieser Andeutung mitteilen?
    Das ist eine wunderschöne Standardantwort, die Ihnen in vielen Situationen gute Dienste leisten kann.
  7. Wenn ich Sie so anschaue bin ich froh, dass es bei mir nur das Shampoo ist.
  8. Seife und Deo auch, ist Ihnen das noch nicht aufgefallen?
    Durch eine Übertreibung zeigen Sie dem anderen wunderbar, dass Sie über den Dingen stehen.
  9. In der Wahl seiner Feinde kann man nicht vorsichtig genug sein. (Oscar Wilde)
  10. Das ist der neue Look: „Wash and wear!“
    Auch eine gute Variante, die Zustimmung bei gleichzeitigem Überhören der tatsächlichen Spitze.
  11. Es tut mir leid, wenn Ihnen meine Frisur nicht gefällt. Trotzdem haben Sie nicht das Recht, so mit mir zu sprechen.
  12. Nein. Blendet Sie mein glänzendes Haar?
  13. Würde Hirnlosigkeit vor Kopfschmerzen schützen, könnten die Aspirin-Produzenten ihre Läden schließen. (Gabriel Laub)
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Der Angriff des Monats Dezember

Situation: Sie haben heute Abend Gäste und erledigen noch die letzten Einkäufe. An der Fleischtheke ist eine Menge los und Sie stellen sich hinten an und warten geduldig. Als Sie an der Reihe sind, bitten Sie den Metzger höflich, Ihnen den Rinderbraten auch gleich zu spicken. Da sagt der Verkäufer mit einem demonstrativen Blick auf die Uhr zu Ihnen:

 „Dafür ist keine Zeit mehr!“

 Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

Mögliche Reaktionen:

  1.  Sie haben »zu verlieren« vergessen.
    Souveräne Antwort, indem Sie den Satz in Ihrem Sinne weiterführen.
  2. Wenn man möchte dann doch.
  3. Wenn wir nicht so lange reden würden, hätten wir die Zeit. <auf die Uhr schauen>
    Sie bleiben hartnäckig, wirken jedoch schon leicht säuerlich, was der Situation durchaus entspricht. Wenn Sie nun Ihre Bitte wiederholen, bleibt dem Herrn kaum eine Wahl, als die zu erfüllen.
  4. Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.
    Das ist ein schönes Wortspiel, wenn die Betonung stimmt. Ihr Gegenüber wird die unterschwellige Drohung dann sofort verstehen.
  5. Richtig, das Sprichwort heißt ja auch »no time – no money«, nicht wahr?
  6. Es gibt Pizza-Bringdienste für das Abendessen.
  7. Wenn Sie gleich damit angefangen hätten, wären wir schon weiter. Oder: Wenn jetzt nicht, wann dann?
  8. Langfristig spart es mir Zeit.
  9. … sagte der Abteilungsleiter und machte den größten Fehler seines Lebens
  10. Nur unbegabte Menschen haben keine Zeit. Karl Popper
  11. Es ist nie zuwenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen. Seneca

Im Büro gäbe es noch folgende Antwortmöglichkeiten:

  • Wir haben immer Zeit es noch einmal zu machen, aber nie es gleich beim ersten Mal richtig zu machen.
  • Langfristig spart es uns Zeit.
  • Zeit ist nur das Leben der Uhr. Oder: Dann nehmen wir uns Zeit.
  • Wie viel Zeit werden wir denn dafür brauchen?
    Wenn die Zeit keine Rolle spielen würde, spräche dann noch etwas dagegen?
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Der Angriff des Monats November

Situation: Sie besuchen einen Volkshochschulkurs zum Thema: Politik. Während der Ausführungen der Dozentin erfragen Sie einen Fachbegriff und bekommen darauf von Ihrer Sitznachbarin zur Antwort:

 „Das weiß doch jeder!“

 Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

 

Mögliche Reaktionen:

  1. Ich bin aber nicht jeder.
  2. Ich noch nicht, sorry.
  3. Ich nicht. Bin ich entehrt?
    1 – 3. Sie stehen zu sich und antworten direkt. Ob als Zusatz »sorry« oder »Bin ich entehrt?« kommt, hängt von Ihrer Laune und der Person ab auf die Sie antworten. Letzteres wirkt witziger, passt jedoch nicht in jedes Umfeld.
  4. Die Erfahrung zeigt, dass man es nicht oft genug wiederholen kann.
    Sie antworten rein sachlich. Niemand zwingt Sie, auf Bosheiten einzugehen. Solch eine Antwort lässt Sie sehr souverän wirken.
  5. Es ist schön, dass Sie das wissen. Dann können wir uns die Unterweisung sparen und gleich in die Diskussion gehen. Was halten Sie von…
    Sie geben den Ball geschickt zurück. Sie loben Ihr Gegenüber und verzweigen sofort in Richtung Diskussion. Die Reaktion wirkt sehr souverän und überlegen.
  6. Ach was. Und Ihr Name ist sicher – lassen sie mich raten – Albert Einstein.
    Ironie wirkt gut, wenn die andere Person sie auch versteht und Sinn dafür hat. Hier kommt es sehr auf den Tonfall an, ob danach wieder ein sachlicher Diskurs möglich ist oder nicht. Es kommt darauf an, wie viel Ihnen an der Beziehung liegt.
  7. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, Ihre Menschenkenntnis zu verbessern?
    Gegenangriffe erzeugen immer eine Missstimmung, auch wenn der andere angefangen hat.
  8. Man lernt nie aus.
  9. Egal was passiert – es gibt immer einen, der es besser weiß.
  10. Schon mancher ist als Löwe gesprungen und als Bettvorleger gelandet.
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»Die Frage stellt sich so nicht. Vielmehr stellt sich folgende Frage…«

Mit dieser Standard-Antwort retten sich auch Politiker gerne. Es kann nun auf eine vorbereitete Frage geantwortet werden. Ob die erste Frage auch noch beantwortet wird, das liegt dann an Ihnen…

Doch seien Sie vorsichtig mit der bayrischen Variante dieses Standards. Die lautet: »Die Frage können Sie so nicht stellen!«

Die ruft Widerspruch hervor.

Und wir wollen doch ablenken statt den anderen unnötig zu reizen, oder?

Machen Sie sich eine Liste Ihrer Lieblingsantworten, damit Sie – ab sofort – nie mehr sprachlos sind!

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Kreativitätsübung Oktober

Suchen Sie sich für die nächste Übung eine Partnerin oder einen Partner. Vielleicht möchte Ihr Gegenüber ja gleich mit üben, dann wechseln Sie nach jedem Satz oder nach einer Sequenz ab. Es geht um schnelles Improvisieren. Sie können eine Erweiterung oder eine gegenteilige Aussage anschließen. Nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit.

Ihr Gegenüber stellt eine einfache Frage, die Sie mit »Ja und…« oder mit »Ja nur…« beantworten, wobei Sie sofort einen Satz anfügen.

Hast Du heute schon die Zeitung gelesen?
Ja und Radio gehört habe ich auch.

Sonst schaust Du doch nur Fernsehen?
Ja nur heute hatte ich das Autoradio dabei.

Bei der Übung geht es darum, ohne lange Überlegung schnell Antworten zu kreieren, auch wenn Ihnen diese zunächst nicht besonders originell erscheinen. Es ist eine neue Art zu denken, die für Ihre neu gewonnene Schlagfertigkeit nützlich sein kann. Die Antwort muss nicht logisch mit der Frage zusammenhängen. Bsp.:

Warst Du heute schon spazieren?
Ja und in meinem Roman habe ich auch schon gelesen.

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Finden Sie 5 Minuten lang Verben, die mit »b« beginnen und innen ein »h« haben.

z. B. behandeln, behaupten, …

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Denksport des Monats

Werner ist größer als Sascha, Jens größer als Klaus.
Sascha ist kleiner als Peter, jedoch größer als Jens.
Peter ist kleiner als Werner.

Wer steht größenmäßig in der Mitte?

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

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Der Angriff des Monats Oktober

Situation: Sie stehen an der Kasse im Supermarkt und der nette junge Mann vor Ihnen legt zwei Sektflaschen und eine große Packung Kondome auf das Laufband. Sie lächeln in sich hinein darauf meint dieser unfreundlich:

„Warum grinsen Sie so blöd?“

Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

Mögliche Reaktionen:

  1. Ach wissen Sie, ich habe gute Laune und das Leben ist herrlich!
  2. Sind Sie sicher, dass die ausreichen für einen ganzen Abend?
  3. Ich bin halt ein freundlicher Mensch.
  4. Oh, ich dachte, ich mache Ihnen eine Freude.Die vier funktionieren alle ähnlich. Sie nehmen es humorvoll und überhören die Spitze. Das ist eine sinnvolle Variante, wenn Sie sich nicht auf einen Streit einlassen wollen.
  5. Wenn Sie ein positiv gemeintes Lächeln so negativ interpretieren, sollten Sie das doch besser für sich behalten.
  6. Weil ich mal so grinsen wollte, wie Sie fragen!
  7. Ich grinse nicht, ich freue mich. Es gibt Menschen außer Ihnen, die können grundlos fröhlich sein.
  8. Ich lächle Sie freundlich an.Bei 8 und 9 definieren Sie beide male, was Sie tun – nämlich freundlich lächeln. Definieren ist oft eine gute Reaktionsmöglichkeit.
  9. Was nennen die Menschen am liebsten dumm? Das Gescheite, das sie nicht verstehen. Marie von Ebner-Eschenbach
  10. Wenn ich Sie so ansehe, wäre mir tatsächlich eher zum Weinen zumute.
    Sie gehen hier zum Gegenangriff über. Es ist pfiffig formuliert und wenn Sie sicher sind, diesem Menschen nie mehr wieder zu begegnen, durchaus eine mögliche Antwort.
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