Mit Charme fängt man Mäuse. Schöne Formulierungen 1

Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen. Mark Twain

Oder wie Martin Walser es formulierte: Auch Kränkungen wollen gelernt sein. Je freundlicher, desto tiefer trifft’s.

Je schöner unsere Formulierungen sind, umso besser wirken unsere Worte. Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Erstschlag ist die Höflichkeit. Lächeln Sie und seien Sie freundlich. Und denken Sie ab sofort nie mehr, jemand sei durchgeknallt. Nennen Sie es lieber einen »bio-psychischen Kurzschluss«.

Sammeln Sie doch statt Briefmarken schöne Formulierungen.

Einige meiner Lieblingsbeispiele:

  • Bitte keine Anschuldigungen. Ich bin ja durchaus willens, für die Unannehmlichkeiten aufzukommen.
  • Sie hatten mir doch versprochen, dass es so funktioniert.
    Ich hatte mich offensichtlich geirrt.
  • Strafrecht ist sehr robust und verändert die Lebenssituation des Menschen erheblich. Prof. Kirchhof
  • Er hat ein Talent, sich in Schwierigkeiten zu bringen.
  • Ich hab’s versucht heißt übersetzt: Ich habe entschieden, dass das Nichterreichen meines Ziels ebenfalls ein akzeptabler Weg ist, mit meinem Leben fortzufahren.
  • Wer sich in der Gesellschaft professioneller Bedenkenträger aufhält, braucht sich nicht wundern, wenn seine Stimmung in den Keller geht.
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Der Angriff des Monats April

Situation: Sie stehen vor der Stadtbücherei und warten darauf, dass geöffnet wird. Ein Mann stellt sich ganz dicht neben Sie. Sie bitten ihn, etwas mehr Abstand zu halten. Darauf schnauzt er Sie an:

 „Haben Sie eigentlich Freunde?“

 Ihre eigene Antwort:

 Mögliche Reaktionen:

  1. „Wieso? Wollen Sie einen von meinen abhaben?“
    Schlagfertige Retourkutsche.
  2. „Nein, aber ich habe Kollegen. Die reichen mir vollkommen aus, wenn es darum geht, blöde Fragen gestellt zu bekommen.“
    Sie assoziieren und kommen von Freunden auf Kollegen. Mit den »blöden Fragen« geben Sie den Druck indirekt zurück.
  3.  „Wieso, brauchen Sie welche?
    Schöne Anwendung des Grundmusters, die Aussage auf den anderen zu beziehen.
  4. Wie hat Plutarch mal so schön gesagt: „Es ist schlimm, erst dann zu merken, dass man keine Freunde hat, wenn man wirklich Freunde nötig hat.“
    Ein philosophisches Zitat kann sehr wirkungsvoll sein, wie in dem Beispiel.
  5. „Jedermann will einen Freund haben, aber niemand gibt sich die Mühe, auch einer zu sein. Wie sehen Sie das?“
    Sie überhören den Ton und den Angriff und beginnen ein Gespräch zum Thema »Freund«. Eine raffinierte Variante der Ablenkung.
  6. „Doch, meinen Nachbarn. Also habe ich einen mehr als Sie.“
    Jetzt wird’s frech, doch – wer austeilt, muss auch einstecken können!
  7.  „Es gibt nur ein Problem, das schwieriger ist als Freunde zu gewinnen, nämlich, sie wieder loszuwerden.“
    Dabei benutzen Sie den »Eiszapfen-Blick« von oben nach unten. Eine schöne Variante, die auch den gewünschten Abstand nochmals zur Sprache bringt.
  8. „Das sage ich Ihnen gerne, wenn Sie mir im Gegenzug erklären können, was meine Freunde mit unserem Problem, dass Sie mir so nah auf die Pelle rücken, zu tun haben.“
    Sachliche Klarstellung.
  9. „Diese Frage sollten Sie sich lieber stellen!“
    Dazu ein bestimmter Tonfall und ein bestimmter Blick. So setzen Sie eine klare Grenze.
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Anekdoten – auch früher gab es schlagfertige Reaktionen

Der Reichtagsabgeordnete Rudolf Virchow, von Hause aus Pathologe, warf Reichskanzler Otto von Bismarck vor, er vermisse bei ihm auch das leiseste Verständnis von nationaler Politik. Bismarck konterte mit chirurgischer Präzision: »Ich muss dem Herrn Abgeordneten dieses Kompliment zurückgeben – unter Weglassung des Eigenschaftswortes ’national‘.«

Friedrich August III von Sachsen lässt sich von einem Dorfbarbier rasieren. Der schneidet ihn mehrfach. Er sagt: »Das kommt vom Saufen.« »Wohl Majestät, Alkohol macht die Haut spröde.«

Von Alfred Adler wird berichtet, dass er einmal zu einer Dame, die sich mit Skrupeln plagte, dass sich ein Offizier ihretwegen erschossen hatte, sagte: »Und jetzt denken Sie, das sei Ihre Schuld? Das könnte Ihnen so passen.«

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Schlagfertige (-kräftige :-)) Witze zwischen Mann und Frau

Er: »Du wirst doch nicht einen Volltrottel heiraten, nur weil er Geld hat?»
Sie: »Kommt darauf an – wie viel hast Du denn?«

Ein Ehepaar so um die 50 fährt über Land – natürlich mit dem Mann am Steuer, weil die ja eh besser fahren. Als ein Frosch über die Straße hüpft, kann der Fahrer gerade noch mit einer Vollbremsung kurz vor ihm den Wagen zum Stehen bringen. Er steigt aus, um nachzusehen und der Frosch spricht zu ihm: Ich bin ein ganz besonderer Frosch und weil Du mich gerettet hast, kann ich Dir einen Wunsch erfüllen! Oh, sagt der 50-jährige daraufhin: Dann möchte ich eine 20 Jahre jüngere Frau haben! Und simsalabim … war er 70 Jahre alt.

Sie: »Wie findest Du das Essen?«
Er: »Wieso musst Du schon wieder Streit anfangen?«

»Gnädige Frau, wollen Sie nicht auch etwas für unser neues Trinkerheim beisteuern?«
»Gern. Sie können meinen Mann haben.«

Arzt: »Ihr Mann gefällt mir gar nicht.«
»Mir auch nicht, aber die Kinder hängen so an ihm.«

Sorry, doch mir sind diesmal nur schlagfertige Witze auf Kosten der armen Männer aufgefallen. Ich freue mich über Eure Zusendungen von Witzen, bei denen die Herren gewinnen.

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Reaktionsmuster erkennen

Suchen sie in den drei Anekdoten nach dem jeweiligen Reaktionsmuster. Was verwenden die drei Personen in ihrer Reaktion?

Als Bernard Shaws Stück »Candida« in New York neu aufgeführt wurde, kabelte er der Titelheldin, der Schauspielerin Cornelia Skinner: »Ausgezeichnet, unübertrefflich.« Vom Lob überwältigt, kabelte Miss Skinner zurück: »Lob unverdient.« Darauf kabelte Shaw: »Ich meinte das Stück.« Darauf kabelte Miss Skinner: »Ich ebenfalls.«

Der Physiker Allessandro Volta antwortete auf die Frage, wieso er seinen Kaffee ohne Zucker trinke: »Weil ich so mehr Kaffee in die Tasse bekomme.«

Theodor Heuss sagte auf die Aussage: »Auf Ihrer Weste ist Zigarrenasche«: »Des ist die gwöhnt.«

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Witze

»Verheiratet?«
»Nein, aber ich tue trotzdem alles, was man mir sagt.«

»So nehmen Sie doch Vernunft an!«
»Tut mir leid, ich bin Beamter, ich darf nichts annehmen.«

»Wo waren sie denn in Ihrer Woche Urlaub?« – »Drei Tage im Stau und vier in Bayern.«

»Mein Opa ist mit einem einzigen Hemd in die USA ausgewandert. Jetzt hat er fünf Millionen.« – »Was macht er denn mit so vielen Hemden?«

Helga zu Hägar dem Schrecklichen: »Weißt du eigentlich, dass du im Schlaf schnarchst?« »Wann soll ich denn sonst schnarchen?«

Chef zum Mitarbeiter: »Sind Sie verrückt oder ich?« »Aber Chef, Sie werden doch keinen verrückten Mitarbeiter beschäftigen.«

Während eines Besuches in einer geschlossenen Anstalt fragt ein Besucher den Direktor, nach welchen Kriterien entschieden wird, ob jemand eingeliefert werden muss oder nicht.
Der Direktor sagt: »Nun, wir füllen eine Badewanne, geben dem Kandidaten einen Teelöffel, eine Tasse und einen Eimer und bitten ihn, die Badewanne auszuleeren.«
Der Besucher: »Ah, ich verstehe, und ein normaler Mensch würde den Eimer nehmen, damit es schneller geht, ja?«
Direktor: »Nein, ein normaler Mensch würde den Stöpsel ziehen … Wünschen Sie ein Zimmer mit oder ohne Balkon?«

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Witze, Witze, Witze

Ein Arzt lässt sich seine Garageneinfahrt neu pflastern. Als die Arbeiter fertig sind, streuen sie Sand auf die neu verlegten Steine, um die Fugen auszufüllen. Als der Arzt das sieht, geht er zu den Arbeitern und sagt: »Jetzt wird der Pfusch also mit Sand überdeckt, damit ihn keiner sieht.« Darauf antwortet ein Arbeiter: »Ja, das haben unsere Berufe gemeinsam!«

»Ich biete Ihnen diesen Fernseher zum halben Katalogpreis!«
»Interessant, was kostet der Katalog?«

Ein Offizier und ein Pfarrer warten auf die gleiche Postkutsche. Der Offizier: »Hätte ich das Pech, einen unbegabten Sohn zu haben, würde ich ihn Pfarrer werden lassen.« Darauf antwortet der Pfarrer: »Dann hat Ihr Herr Vater da wohl anders gedacht.«

Ein Neureicher brüllt den anderen an: »Sie sind ja ein Parvenü!«
Der andere antwortet – locker gelassen: »Und Sie ein ungebildeter Rotzlöffel! – Außerdem: der Affe, den Sie meinen, heißt Parmesan!«

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Von Rasensprengern und Sattelschleppern

Oder: „Bist Du per Anhalter da? Du siehst so mitgenommen aus.“

Doppeldeutungen gibt es in unserer Sprache wie Sand am Meer. Wenn Sie die sinnvoll nutzen, holen Sie den anderen damit aus seinem Angriffsmodus. Dabei kann auch die bildhafte Vorstellungskraft hilfreich sein. Was fällt Ihnen zu den beiden Begriffen in der Überschrift ein? Doch nicht etwa eine Explosion im Garten und ein Cowboy ohne Pferd?

Mehrdeutigkeiten – neudeutsch Ambiguitäten – führen zu Assoziationen, die Sie für eine elegante Antwort nutzen können und gleichzeitig bauen Sie dadurch Abstand zu der unguten Situation auf. Dafür ist es notwendig, dass Sie es üben, Mehrdeutigkeiten zu erkennen.

Beginnen können Sie, indem Sie aufmerksam die Zeitung lesen. darin habe ich schon schöne Beispiele gefunden. wie z.B.

Unsere Fenster fallen aus dem Rahmen. (Mein erster Gedanke dazu ist: „Hoffentlich nicht!“)

Der neue Radiomoderator ist vielversprechend.

In der Zeitung stand auch: „Gerissener Juwelendieb gesucht.“ Darauf sagt ein Mann zu seiner Frau am Frühstückstisch: „Was die heutzutage alles für Stellenangebote ausschreiben!“

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