Der Angriff des Monats Juni

Situation: Im Supermarkt sind Sie ein bisschen genervt, nach dem der Mann vor Ihnen ‚etwas länger‘ zum einkaufen und einpacken braucht. Beim Loslaufen reißt Ihm die Plastiktüte und Sie lassen sich zu dem Kommentar hinreißen: „Mit einer Stofftasche wäre Ihnen das nicht passiert.“ Darauf antwortet er:

 „Sie glauben wohl Sie sind perfekt?“

 Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

Mögliche Reaktionen:

  1. „Nein, soweit würde ich wohl nicht gehen.“
    Sie antworten direkt auf die Frage und überhören dabei die Bosheit.
  2. „Nein, aber ich verbessere mich jeden Tag.“
    Wenn Sie das »ich« besonders betonen, beziehen Sie einen Teil der Aussage auf den Sprecher. Damit wir der ins Unrecht gesetzt.
  3. „Ich glaube das zwar nicht, aber wenn Sie mich als perfekt einschätzen bedanke ich mich recht herzlich für das Kompliment.“
    Sie nehmen die Aussage positiv und übertreiben Ihrerseits. Dadurch irritieren Sie Ihr Gegenüber.
  4. „Glauben heißt nicht wissen. Was genau wollen Sie mir damit sagen?“
    Sie gehen kurz auf die Unverschämtheit ein und geben ihr eine witzige Wendung. Durch die Frage ist der Ball wider beim Anderen. Das ist nur empfehlenswert, wenn Sie eine weitere Konversation wünschen.
  5. „Nein, aber ich bemühe mich (im Gegensatz zu Ihnen), so zu leben, dass andere nicht gestört werden.“
    Raffinierte Wendung und milder Gegenangriff
  6. „Ja natürlich, genau so perfekt wie jeder andere von uns!“
    Sie geben eine direkte Antwort auf die Frage. Das klingt sehr souverän.

Anekdote aus dem Fernsehen

In den sechziger Jahren moderierte ein Mann namens Joe Pine eine Talkshow im kalifornischen Fernsehen. Das Bemerkenswerte an den Sendungen war Pines sarkastischer und konfrontativer Ton im Umgang mit seinen Gästen. Nicht selten ging er direkt nach der Vorstellung eines Gastes zum Angriff auf dessen persönliche Überzeugungen, Fähigkeiten oder äußere Erscheinung über. Manche behaupten, dass Pines bissige persönliche Art Folge einer Beinamputation war, die ihn verbittern ließ. Eines Abends trat der Rockmusiker Frank Zappa in der Show auf. Es war zu einer Zeit, in der sehr lange Haare bei Männern noch etwas Ungewöhnliches waren. Nachdem Zappa vorgestellt worden war und sich gesetzt hatte, legte Pine sofort los: »Sie haben so lange Haare. Sind Sie etwa eine Frau?« Darauf antwortete Zappa: »Sie haben ein Holzbein. Sind Sie etwa ein Tisch?«

Schlagfertigkeit in Witzen

Berliner Garderobenfrau wird gefragt: »Sind Sie sicher, dass das mein Mantel ist?«
»Das nicht. Aber es ist der, den Sie mir gegeben haben.«

Kennen Sie den Unterschied zwischen Mut, Übermut und Schlagfertigkeit?

Mut ist, wenn ein Mann nur mit einer Badehose bekleidet in die Oper will.
Übermut ist, wenn er zur Garderobenfrau geht und fragt, ob er seine Hose abgeben kann.
Schlagfertig ist die Garderobenfrau, die antwortet: »Wollen Sie Ihren Knirps nicht auch hierlassen?«

Kreativitätsübung Mai

Finden Sie 7 Minuten lang Anwendungsmöglichkeiten für einen Tennisball.

z. B. werfen, Autotür öffnen, auf die Anhängerkupplung stecken, …

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Finden Sie 5 Minuten lang Verben, die etwas mit »Urlaub« zu tun haben.

z. B. ausruhen, reisen, besichtigen, …

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Finden Sie 6 Minuten lang Synonyme für »sprechen«.

z.B. reden, flüstern, säuseln, …

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Denksport des Monats

Diesmal haben Sie 12 äußerlich völlig gleiche Kugeln K1- K12. Eine der Kugeln ist entweder leichter oder schwerer als die anderen elf.

Bitte bestimmen Sie nun mit höchstens drei Wägungen mit Hilfe einer Balkenwaage  die abweichende Kugel.

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

Der Angriff des Monats Mai

Situation: Sie weichen in einem Geschäft einem Gabelstapler aus, gehen dabei ein paar Schritte rückwärts und treten aus Versehen einem Herrn auf den Fuß. Noch bevor Sie sich entschuldigen können sagt der:

 „Sie Trampel!“

Finden Sie zuerst Ihre eigene Antwort:

Mögliche Reaktionen:

  1. „Danke für das Kompliment, <Pause> das ich gar nicht verdient habe!“
    Sie bleiben selbstbewusst und höflich. Mit dem zweiten Halbsatz weisen Sie den Angriff elegant zurück.
  2. „Sind Sie immer so nett zu Ihren Mitmenschen?“
    Fragen veranlassen den anderen stets dazu, über eine Antwort zumindest nachzudenken. Sie sind ironisch und wenn Sie dazu noch lächeln, wird die Wirkung noch deutlicher.
  3. „Oh, sind Sie heute mit dem falschen Fuß aufgestanden?“
    Oder „Wer hat Sie denn heute schon geärgert?“
    Sie gehen in die Offensive und sprechen die Art der Reaktion an. Das ist auch ein Gegenangriff.
  4. „Ich hinterlasse wenigstens Spuren. Und die nicht nur im Sand.“
    Humorvolle Definition und Assoziation zum Thema Trampel. Wenn Sie genügend Abstand für sich selbst haben, ist das eine schöne Reaktion.
  5. „Dann seien Sie froh, dass ich nur einen Fuß erwischt habe.“
    Zustimmen und noch eins draufsetzen. Dadurch zeigen Sie sich überlegen und haben die Situation im Griff.
  6. „Meinen Sie Wüstenschiff, Trampeltier oder Dromedar?“
    Sie fragen genau nach. Damit nehmen Sie den anderen bis zu einem gewissen Grad auch ernst. Außerdem gewinnen Sie dadurch Abstand.
  7. „Und Sie sind ein Gentleman. Und <Pause> vielleicht irren wir uns beide!“
    Durch diese souveräne Antwort zeigen Sie sich überlegen und bleiben freundlich. Der zweite Satz zeigt sehr deutlich, wie daneben die Äußerung der anderen Person war. Mein absoluter Antwortfavorit.

Schöne Formulierungen 2

Diese Formulierungen habe ich alle von Herrn Manfred Rommel in diversen Vorträgen gehört. Er ist ein Meister der Formulierkunst. Hier einige Beispiele:

  • Wenn man von jemandem etwas will, darf man ihm keine Zeit lassen, nein zu sagen.
  • Ich kenne einen Herrn, von dem ich noch kein intelligentes Wort gehört habe. Ich vermag nicht zu glauben, dass das auf Verstellung beruht.
  • Die Klugheit gebietet, Menschen, von denen man etwas will, freundlich zu behandeln.
  • Ein virtuoser Navigator in flachen Gewässern.
  • Es hat wenig Sinn, Leute zu beschimpfen. Vor allem nicht, wenn man sie noch braucht.

 

Der Angriff des Monats April

Situation: Sie stehen vor der Stadtbücherei und warten darauf, dass geöffnet wird. Ein Mann stellt sich ganz dicht neben Sie. Sie bitten ihn, etwas mehr Abstand zu halten. Darauf schnauzt er Sie an:

 „Haben Sie eigentlich Freunde?“

 Ihre eigene Antwort:

 Mögliche Reaktionen:

  1. „Wieso? Wollen Sie einen von meinen abhaben?“
    Schlagfertige Retourkutsche.
  2. „Nein, aber ich habe Kollegen. Die reichen mir vollkommen aus, wenn es darum geht, blöde Fragen gestellt zu bekommen.“
    Sie assoziieren und kommen von Freunden auf Kollegen. Mit den »blöden Fragen« geben Sie den Druck indirekt zurück.
  3.  „Wieso, brauchen Sie welche?
    Schöne Anwendung des Grundmusters, die Aussage auf den anderen zu beziehen.
  4. Wie hat Plutarch mal so schön gesagt: „Es ist schlimm, erst dann zu merken, dass man keine Freunde hat, wenn man wirklich Freunde nötig hat.“
    Ein philosophisches Zitat kann sehr wirkungsvoll sein, wie in dem Beispiel.
  5. „Jedermann will einen Freund haben, aber niemand gibt sich die Mühe, auch einer zu sein. Wie sehen Sie das?“
    Sie überhören den Ton und den Angriff und beginnen ein Gespräch zum Thema »Freund«. Eine raffinierte Variante der Ablenkung.
  6. „Doch, meinen Nachbarn. Also habe ich einen mehr als Sie.“
    Jetzt wird’s frech, doch – wer austeilt, muss auch einstecken können!
  7.  „Es gibt nur ein Problem, das schwieriger ist als Freunde zu gewinnen, nämlich, sie wieder loszuwerden.“
    Dabei benutzen Sie den »Eiszapfen-Blick« von oben nach unten. Eine schöne Variante, die auch den gewünschten Abstand nochmals zur Sprache bringt.
  8. „Das sage ich Ihnen gerne, wenn Sie mir im Gegenzug erklären können, was meine Freunde mit unserem Problem, dass Sie mir so nah auf die Pelle rücken, zu tun haben.“
    Sachliche Klarstellung.
  9. „Diese Frage sollten Sie sich lieber stellen!“
    Dazu ein bestimmter Tonfall und ein bestimmter Blick. So setzen Sie eine klare Grenze.

Anekdoten – auch früher gab es schlagfertige Reaktionen

Der Reichtagsabgeordnete Rudolf Virchow, von Hause aus Pathologe, warf Reichskanzler Otto von Bismarck vor, er vermisse bei ihm auch das leiseste Verständnis von nationaler Politik. Bismarck konterte mit chirurgischer Präzision: »Ich muss dem Herrn Abgeordneten dieses Kompliment zurückgeben – unter Weglassung des Eigenschaftswortes ’national‘.«

Friedrich August III von Sachsen lässt sich von einem Dorfbarbier rasieren. Der schneidet ihn mehrfach. Er sagt: »Das kommt vom Saufen.« »Wohl Majestät, Alkohol macht die Haut spröde.«

Von Alfred Adler wird berichtet, dass er einmal zu einer Dame, die sich mit Skrupeln plagte, dass sich ein Offizier ihretwegen erschossen hatte, sagte: »Und jetzt denken Sie, das sei Ihre Schuld? Das könnte Ihnen so passen.«

Kreativitätsübung März

Überlegen Sie sich 25 Anwendungsmöglichkeiten für eine oder mehrere Büroklammern.

z. B. Kette basteln, Schlüsselanhänger, als Pin für die Pinwand, …

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Finden Sie 3 Minuten lang Synonyme für »laufen«.

z. B. fließen, strömen, gehen, hetzen, …

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Denksport des Monats

Im Erdgeschoss Ihres neu gebauten Hauses befinden sich drei Lichtschalter, von denen einer mit einer Glühbirne im Keller verkabelt ist. Für die anderen beiden haben Sie noch keine Glühbirnen. Wie können sie feststellen, welcher der drei Schalter der richtige ist, ohne mehr als einmal in den Keller gehen zu müssen?

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

Der Angriff des Monats März

Situation: Sie warten beim Arzt – trotz Termin – nun schon fast eine Stunde. Sie begeben sich zur Anmeldung, an der schon wieder einige Personen stehen. Sie sprechen direkt die Arzthelferin an, dass Sie nun schon eine Stunde warten. Darauf sagt die zu Ihnen:

 „Ich glaub, Ihnen geht’s zu gut!“

 Finden Sie erst eine eigene Antwort!

 Mögliche Reaktionen:

  1.  „Noch nicht ganz, aber wenn es soweit ist, sag ich Ihnen gerne Bescheid. Wann kann ich nun Dr. Linke sehen?“
    Sie wirken selbstbewusst und lassen sich nicht abwimmeln. Dabei bleiben sie höflich.
  2. „Wie bitte? Ich habe Ihre Auskunft nicht verstanden.“
    Sie bleiben freundlich bestimmt. Dieser Standardsatz passt häufig und klingt immer gut.
  3. „Mir fehlt jetzt nur noch ein Gläschen Champagner und Ihre Auskunft.“
    Sie nehmen es mit Humor. Lächeln Sie dabei.
  4.  „Wenn Sie das sagen. Und was genau meinen sie nun damit?“
    Sie gehen hier direkt auf die Frage der Person ein und erwarten eine Erklärung.
  5. „Was bitte heißt »zu gut«? Kann es einem Menschen wirklich »zu« gut gehen, oder geht es eher Ihnen »zu schlecht«?“
    Haben Sie eine philosophische Ader? Dann passt diese Antwort wunderbar.
  6. „Wenn es mir gut ginge, dann wäre ich nicht beim Arzt. Welche Laus ist Ihnen denn über die Leben gelaufen?“
    Sie gehen hier zum Gegenangriff über. Wenn Sie wollen, können Sie das mit einem charmanten Lächeln abschwächen.
  7. „Ich verbitte es mir, so von Ihnen angesprochen zu werden! Freundlichkeit ist für Sie wohl ein Fremdwort.“
    Sie setzen eine klare Grenze.
  8.  „Danke der Nachfrage. Mir geht es hoffentlich bald wieder richtig  gut. Und jetzt zu Ihnen. Was genau wollten Sie mir damit sagen?“
    Charmant, charmant. So machen Sie sich auch in Ihrer Arztpraxis Freunde. Angriffe zu überhören ist eine wunderbare Möglichkeit, den anderen ins Leere laufen zu lassen.
  9. „Jetzt mal ehrlich – kann es einem je zu gut gehen?“
    Sie nehmen den sachlichen Inhalt der Aussage, ohne auf die Frechheit zu reagieren. Sehr elegant.