Der Angriff des Monats März

Situation: Sie warten beim Arzt – trotz Termin – nun schon fast eine Stunde. Sie begeben sich zur Anmeldung, an der schon wieder einige Personen stehen. Sie sprechen direkt die Arzthelferin an, dass Sie nun schon eine Stunde warten. Darauf sagt die zu Ihnen:

 „Ich glaub, Ihnen geht’s zu gut!“

 Finden Sie erst eine eigene Antwort!

 Mögliche Reaktionen:

  1.  „Noch nicht ganz, aber wenn es soweit ist, sag ich Ihnen gerne Bescheid. Wann kann ich nun Dr. Linke sehen?“
    Sie wirken selbstbewusst und lassen sich nicht abwimmeln. Dabei bleiben sie höflich.
  2. „Wie bitte? Ich habe Ihre Auskunft nicht verstanden.“
    Sie bleiben freundlich bestimmt. Dieser Standardsatz passt häufig und klingt immer gut.
  3. „Mir fehlt jetzt nur noch ein Gläschen Champagner und Ihre Auskunft.“
    Sie nehmen es mit Humor. Lächeln Sie dabei.
  4.  „Wenn Sie das sagen. Und was genau meinen sie nun damit?“
    Sie gehen hier direkt auf die Frage der Person ein und erwarten eine Erklärung.
  5. „Was bitte heißt »zu gut«? Kann es einem Menschen wirklich »zu« gut gehen, oder geht es eher Ihnen »zu schlecht«?“
    Haben Sie eine philosophische Ader? Dann passt diese Antwort wunderbar.
  6. „Wenn es mir gut ginge, dann wäre ich nicht beim Arzt. Welche Laus ist Ihnen denn über die Leben gelaufen?“
    Sie gehen hier zum Gegenangriff über. Wenn Sie wollen, können Sie das mit einem charmanten Lächeln abschwächen.
  7. „Ich verbitte es mir, so von Ihnen angesprochen zu werden! Freundlichkeit ist für Sie wohl ein Fremdwort.“
    Sie setzen eine klare Grenze.
  8.  „Danke der Nachfrage. Mir geht es hoffentlich bald wieder richtig  gut. Und jetzt zu Ihnen. Was genau wollten Sie mir damit sagen?“
    Charmant, charmant. So machen Sie sich auch in Ihrer Arztpraxis Freunde. Angriffe zu überhören ist eine wunderbare Möglichkeit, den anderen ins Leere laufen zu lassen.
  9. „Jetzt mal ehrlich – kann es einem je zu gut gehen?“
    Sie nehmen den sachlichen Inhalt der Aussage, ohne auf die Frechheit zu reagieren. Sehr elegant.

Sie müssen nicht jede Antwort selbst erfinden

Erste Hilfe durch Funk und Fernsehen

Wenn Sie mit offenen Ohren Filme und Radiobeiträge anhören, so werden Ihnen viele schöne Formulierungen auffallen, die Sie dann im »Ernstfall« selbst auch verwenden können.

Wenn Sie z. B. von jemandem zu laut angesprochen werden könnten Sie sich eine Anleihe bei Allison Dubois holen und etwas ähnliches antworten wie:

Kommissar: »Ich rede mit Ihnen!«
Allison: »Nein, Sie reden nicht mit mir, Sie schreien mich an. Sie wollen mich lächerlich machen, einschüchtern und Sie nehmen mich und meine Arbeit nicht ernst!« Aus der Krimiserie: Medium

Witzige Filmzitate können zur Ablenkung, als Vernebelungstaktik oder einfach als Gag verwendet werden. Der Vorteil beim Zitieren ist:

  • Wir gehen etwas aus der Schusslinie, weil wir ja nur zitieren, was jemand anderes gesagt hat.
  • Die Aussage bekommt mehr Gewicht, weil ja jetzt schon zwei das meinen.
    (Es wirkt noch besser, je bekannter und mächtiger der so zitierte ist).

Wenn Sie zitieren, dann beginnen Sie mit: Wie schon … in der Serie / im Film … sagte: …

Die Vorgehensweise lässt Sie noch etwas Zeit gewinnen. Doch selbstverständlich dürfen Sie solche Sätze auch direkt verwenden.

Kreativitätsübung Februar

Finden Sie 13 Adjektive für die Beschreibung eines Elefanten.

z. B. mächtig, groß, grau, …

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Finden Sie 3 Minuten lang Verben, die mit »z« beginnen.

z. B. zwingen, zuhören, zusammenkommen, …

Und jetzt noch 2 weitere Minuten Substantive, die ein »z« an einer anderen Stelle als am Anfang haben.

z. B. Mütze, Herrgottsschnitzer, Pfütze, …

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Denksport des Monats

Sie haben 9 gleich aussehende und gleich große Kugeln und eine Balkenwaage. Eine der Kugeln ist leichter als die anderen 8. Finden Sie mit 2 Wiegevorgängen die leichtere Kugel.

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

Jokerübung

Schauen sie sich, wenn Sie heute unterwegs sind, die Autokennzeichen an, die Ihnen begegnen. Bilden Sie Wörter mit den Anfangsbuchstaben der Kennzeichen.

Z.B. RT-BP =  Richtig tolles blaues Packpapier / Roter Traktor bringt Pakete

Der Angriff des Monats Februar

Situation: Sie haben Probleme mit Ihrem neuen PC und gehen zurück in das Geschäft, in dem sie diesen gekauft haben. Sie fragen nach der seltsamen Fehlermeldung, die Ihr Gerät produziert und bekommen vom Fachverkäufer zur Antwort:

 „Sie verstehen das sowieso nicht!“

 Suchen Sie erst eine eigene Antwort!

Mögliche Reaktionen:

  1. „Wenn Sie Ihre Einstellung damit meinen, dann gebe ich Ihnen Recht.“
    Sie beziehen die Aussage auf den Sprecher und machen deutlich, was Sie von der Antwort halten.
  2. „Tut mir leid, an dem Tag hab ich in der Schule gefehlt. Vielleicht sind Sie ja so großzügig und opfern mir Ihre kostbare Zeit.“
    Die Reaktion ist sehr ironisch. Vorsicht. Nicht jeder versteht Ironie.
  3. „Haben Sie auch Schwierigkeiten mit diesen Fehlermeldungen? Mir scheint es so, denn sonst könnten Sie es mir ja leicht verständlich erklären.“
    Sie kehren den Angriff inhaltlich um.
  4. „Sie bekommen eine zweite Chance für Ihre Antwort.“
    Humorvoll. Dabei ist es wichtig, dass Sie sehr selbstbewusst auftreten.
  5. „Stimmt. Ich bräuchte jemanden, der es »gescheit« erklären kann.“
    Gegenangriff. Der kann entschärft werden mit einem Zusatz wie: „Sind Sie die Person, die mir dabei weiterhelfen wird?
  6. „Was genau verstehe ich nicht? Was kann ich tun, um es besser zu verstehen?“
    Nutzen Sie den Antwortreflex des anderen. Dadurch gerät der in Zugzwang.
  7. „Ich kann mich nicht mit ihnen messen, Sie sind der Fachmann. Doch bitte gestehen sie mir auch Sachverstand zu.“
    Sachliche Darstellung.
  8. „Wie kommen Sie auf solch eine unqualifizierte Äußerung?“
    Im Zweifelsfall ist die Frage immer eine gute Wahl!

Reaktionsmuster erkennen

Suchen sie in den drei Anekdoten nach dem jeweiligen Reaktionsmuster. Was verwenden die drei Personen in ihrer Reaktion?

Als Bernard Shaws Stück »Candida« in New York neu aufgeführt wurde, kabelte er der Titelheldin, der Schauspielerin Cornelia Skinner: »Ausgezeichnet, unübertrefflich.« Vom Lob überwältigt, kabelte Miss Skinner zurück: »Lob unverdient.« Darauf kabelte Shaw: »Ich meinte das Stück.« Darauf kabelte Miss Skinner: »Ich ebenfalls.«

Der Physiker Allessandro Volta antwortete auf die Frage, wieso er seinen Kaffee ohne Zucker trinke: »Weil ich so mehr Kaffee in die Tasse bekomme.«

Theodor Heuss sagte auf die Aussage: »Auf Ihrer Weste ist Zigarrenasche«: »Des ist die gwöhnt.«

Standards- oder Brückensätze

Ich wünsche allen ein phantastisches Jahr 2019 und freue mich über Rückmeldungen zu meinen blog-Beiträgen. Wie im letzten Jahr wird es jeden Mittwoch einen neuen Beitrag geben. Wie im letzten Jahr wird es strukturiert zugehen. Jeden Monat gibt es eine Anekdote oder einen Witz, eine Kreativübung, eine Sprüchesammlung / Standards, einen Angriff mit möglichen Reaktionen und eine Überraschung. Es lohnt sich also, weiterhin reinzuschauen. Lassen Sie sich per e-mail oder Twitter erinnern, damit Sie keinen Beitrag verpassen und Ihren »Erinnerer« für Ihre Weiterentwicklung  in der eleganten Schlagfertigkeit regelmäßig bekommen.

Gedanken muss man aufschreiben, wenn man sie hat und nicht erst, wenn man sie braucht.

Nehmen Sie sich doch für 2019 vor, Ihr persönliches Superbuch der eleganten Schlagfertigkeit zu erstellen. Fangen Sie heute noch damit an und beginnen Sie mit einer Seite Ihrer Standardantworten oder Brückensätzen. Vielleicht ist ja bei den folgenden schon einer für Sie dabei:

In 80 % der beruflichen Diskussionen reicht der Einsatz von Brückensätzen aus, um souverän mit unsachlichen Angriffen zurecht zu kommen.

Dem anderen zeigen, dass man ihn ernst nimmt, den unfairen Angriff stoppen, gleichzeitig den Dialog aufrechterhalten. Deeskalieren und dem anderen zeigen, dass sein Beitrag zur Problemlösung wichtig ist. Oft reicht der Hinweis auf die unsachliche Taktik, wie z.B. so:

  • Herr Müller, mit gegenseitigen Schuldzuweisungen kommen wir nicht weiter. Lassen Sie uns besprechen, wie wir jetzt das Problem lösen können. Mein Vorschlag…

Oder allgemeiner:

  • Ich frage mich, wie Sie zu dieser Einschätzung kommen. Zumal das Gegenteil richtig ist…
  • Diese Aussage erstaunt mich…
  • Das sieht auf den ersten Blick vielleicht so aus. Doch gerade weil wir … tun, sind wir …
  • Das mag auf den ersten Blick so aussehen. Wenn man jedoch genauer hinschaut dann wird deutlich…
  • Ich mache mir Sorgen um unsere Zusammenarbeit.
  • Ich bin enttäuscht, dass…
  • Ich fühle mich bedrängt und das macht es für mich schwierig, mich frei zu äußern.

Kreativitätsübung Dezember

Finden Sie 7 Minuten lang Begriffe, die etwas mit der Zahl »10« zu tun haben.

z. B. Zehn kleine Negerlein, Dezimalsystem, Zehn Gebote, …
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Finden Sie 5 Minuten lang Argumente dafür, dass es unbedingt Telefonhörer für Linkshänder geben muss.

Und nun finden Sie 5 Minuten lang Argumente, die dagegensprechen.

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Beschreiben Sie in 7 Minuten eine Schlange mit 22 Eigenschaften.

z. B. ohne Fuß, weich, muskulös, …

 

Denksport des Tages

In einer großen Firma hält ein Nachtwächter jede Nacht Wache. Eines Nachts schläft er ein und träumt davon, dass am nächsten Tag sein Chef mit einem Flugzeug abstürzen wird. Am nächsten Morgen geht er zum Chef und erzählt ihm ganz aufgeregt von seinem Traum. Er überzeugt ihn, seinen für diesen Tag gebuchten Flug zu verschieben. Tatsächlich stürzt das Flugzeug 10 Minuten nach dem Start ab. Überglücklich belohnt der Chef seinen Angestellten mit einer großen Geldsumme. Anschließend feuert er ihn. Warum?

 

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

Der Angriff des Monats Dezember

Situation: Diana möchte am Wochenende mal wieder in die Disko und zum xten Male wird die Diskussion geführt, wann sie nach Hause kommen soll. Sie sind der Meinung, dass ein 14 jähriges Mädchen spätestens um 22.00 Uhr Zuhause zu sein hat. Darauf sagt Diana:

Das versteh ich nicht, das sehe ich gar nicht ein, die Anderen dürfen auch!

Ihre Antwort: ________________________________________________________________

 

Gelungene Abwehrtechniken:

  1. Dann erkläre ich es Dir anders.
  2. Deswegen sprechen wir ja nun darüber.
    • Sie reagieren rein sachlich und lassen sich dadurch nicht von Ihrem Teenager provozieren. Das ist gut, um im konstruktiven Kontakt zu bleiben.
  3. Setze bitte Deine Brille auf und konzentriere Dich noch einmal auf das Problem.
  4. Mitdenken ist eben ganz schön schwierig.
  5. Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen.
  6. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Was genau möchtest Du wissen?
  7. Sehen ist nicht das Gleiche wie begreifen.
    • Das ist eine schöne Assoziation. Ob sie bei Ihrer Tochter weiterhilft, ist die andere Frage. Auf jeden Fall hilft es Ihnen dabei, nicht wütend zu werden und die eigene Handlungsfreiheit zu bewahren.
  8. Was konkret fehlt Dir noch, um Dir ein Bild machen zu können?
    • Mit dem Begriff »Bild machen« sprechen sie den Sinneskanal Ihrer Tochter an, den diese bevorzugt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel größer, dass Sie gemeinsam zu mehr Verständnis füreinander finden.
  9. Aber vielleicht riechst du es?
    • Damit können Sie ablenken und vielleicht auch noch punkten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Sie bei Ihrem Teenager zunächst auf Verständnislosigkeit stoßen. Wichtig ist bei dieser Variante, dass Sie dann gleich mit einer Frage weitermachen, um den Kontakt nicht abbrechen zu lassen.

Wie Denkrillen unser Verhalten beeinflussen

Über Milton Erickson, den bekannten Hypnotherapeuten, wird folgende Anekdote erzählt: Erickson ging gegen 16.00 Uhr in einem entlegenen Stadtteil spazieren, als ein gefährlich aussehender Mann aus einer Toreinfahrt sprang und sich bedrohlich vor ihm aufbaute. Erickson schaut auf seine Uhr, sagt: »Es ist genau 10 Uhr 10!« und geht einfach weiter. Nach etwa 100 Meter schaute er sich um, da stand der Mann immer noch regungslos an derselben Stelle.

Einer meiner Freunde erzählte mir, wie er einmal bei einer Geburtstagsfeier eine drohende Schlägerei zwischen zwei Handballspielern stoppte. Beide waren schon etwas angetrunken und bauten sich drohend voreinander auf. Er tippte den einen am Arm und fragte ihn, ob er wüsste, wo der nächste Zigarettenautomat sei. Beide schauten ihn irritiert an. Dann fragte er den anderen: „Weißt Du einen?“ Er bekam zwar keine Antwort, doch beide setzten sich wieder auf ihre Plätze.

Das sind schöne Beispiele dafür, welche Streiche uns unser Gehirn spielen kann. Unser Gehirn arbeitet gerne energiesparend. Deshalb gibt es viele Vorgehen, die immer wieder gleich ablaufen und das erwarten wir dann auch so. Vor allem unter Stress laufen oft automatische Reaktionen ab.

Bei körperlicher Bedrohung wie bei verbaler Aggressivität gibt es vorgedachte Reaktionen. Reagieren Sie anders als erwartet, so holen Sie dadurch Ihr Gegenüber aus seinem Angriffsmuster.

Kreativitätsübung Oktober

Finden Sie 7 Minuten lang Adjektive für die Beschreibung einer Straßenbahn.

  1. B. laut, geräumig, unbequem, …

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Erzählen Sie eine Geschichte, in der folgende Begriffe vorkommen.

Kinder                                 Geranie

Winter                                 Kanalisationsdeckel

Rhetorikkurs                      Aufstand

Ausweis                             Marihuana

richtig                                  essen

Kornfeld                              Agamemnon
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Finden Sie 27 Begriffe, die Sie mit Ihrem Beruf verbinden.

  1. B. Geld verdienen, Verantwortung, Spaß, …

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Denksport des Tages

Eine wunderschöne Prinzessin hat sich in einen armen Ritter verliebt und die beiden wollen heiraten. Der König ist davon nicht begeistert. Er gibt vor, dem Ritter eine Chance geben zu wollen. Falls er aus seinem goldenen Beutel von den beiden Kieselsteinen, die er dort hineinstecken will, den weißen zieht, bekommt er die Hand der schönen Esmeralda. Andernfalls muss er sterben. Der König bückt sich und nimmt zwei Steine auf. Die Prinzessin bemerkt rechtzeitig, dass es zwei schwarze Kieselsteine sind. Das flüstert sie auch ihrem Geliebten zu. Wie schaffen es die beiden, doch heiraten zu können?

 

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.