Warum die perfekte Antwort die Schlagfertigkeit verhindert

Gerade die Suche nach der perfekten Antwort blockiert uns schnell. Seien Sie am Anfang mit einer Antwort zufrieden. Die Brillanz kommt dann mit der Zeit. Als Nothelfer bieten sich Standardsätze an. Einige Standards funktionieren in 95 % aller Fälle. Durch Standards gewinnen Sie Zeit und haben immer eine Antwort parat. Mit einigen dieser Rettungssätze bewaffnet können Sie jedem Disput ab sofort gelassen entgegen sehen.

Machen Sie sich eine Liste Ihrer Lieblingsantworten, damit Sie – ab sofort – nie mehr sprachlos sind!

Als Standards bieten sich zum Beispiel an:

  • Das ist Ihre Sicht. Ich sehe das folgendermaßen…
  • Ich denke darüber nach und gebe Ihnen morgen Bescheid.
  • Wie darf ich Ihre Aussage verstehen?
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Schalten Sie Ihren Antwortreflex aus !!!

Ein Nerv reagiert sofort auf jeden Reiz – sei es ein Lichtblitz, ein Kitzeln oder ein lautes Geräusch. Und wir alle haben in unserer Kindheit auf eine ähnliche Art einen Antwortreflex antrainiert bekommen.
Bestimmt kennen Sie den Satz: »Antworte, wenn ich Dich etwas frage!«

Setzen Sie diesen automatischen Antwortreflex außer Kraft! Sie müssen nicht jede Frage beantworten und nicht auf jede Bemerkung reagieren. Sie müssen nicht einmal auf das eingehen, was der andere gesagt hat. Sie haben immer das Recht, ein neues Thema zu beginnen.
Sie können nicht verhindern, dass Ihr Gehirn nach einer Antwort oder einer passenden Bemerkung sucht. Sie können jedoch sehr wohl verhindern, dass Sie diese Antwort aussprechen.

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Der Angriff des Monats Mai

Situation: Lena, immer noch 17, aufgebrezelt für die Disko, will noch kurz Tschüss sagen, bevor sie entschwindet und hört von ihrem Papa die Bemerkung:

Wenn Du Dich in so enge Jeans quetschen musst, dann brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn Dir einer auf den Hintern haut!

Ihre Antwort: _______________________________________________________________

 

Gelungene Abwehrtechniken:

  1. Heißt das etwa, dass bei einem modisch engen T-Shirt auch das Busengrapschen erlaubt ist?
    • Pfiffige Antwort, die allerdings nach hinten losgehen kann, da sie Ihren Papa erst noch auf weitere Gedanken bringt.
  2. … und J.F. Kennedy war auch selbst schuld, dass er erschossen wurde. Er hätte eben nicht Politiker werden sollen.
    • Sehr schlagfertig. Könnte allerdings den Widerspruch des Herrn Vater herausfordern.
  3. Und mit der Einstellung musst Du Dich nicht wundern, wenn Dir jemand mitten ins Gesicht haut.
    • Sehr schlagkräftige Antwort. Wenn Sie tatsächlich noch Wert darauf legen, in die Disko zu gehen, dann würde ich von solch einer Antwort absehen.
  4. Kommt dadurch etwa meine Oberweite nicht richtig zur Geltung?
  5. Das ist ja der Sinn der Sache.
  6. Die Jeans ist ein Kleidungsstück, das nicht noch strammer sitzen könnte, es sei denn, man ersetzte es durch Lack aus der Sprühdose.
  7. Meine Kleidung steht hier nicht zur Diskussion!
  8. Mit dieser Aussage sprichst Du den Männern das logische Denken ab und reduzierst sie auf triebhaftes Handeln. Ist das wirklich Deine Ansicht?
    Sehr wissenschaftliche Antwort. Die würde ihren Zweck auch im Büroalltag erfüllen.
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Warum muss ich überhaupt etwas antworten?

Das ist eine gute Frage. Überhören kann eine sehr gute Strategie sein. Denn der Angreifer merkt nur an Ihrer Reaktion, ob er mit seiner Bemerkung ins Schwarze getroffen hat oder nicht. Allerdings will auch das »Überhören« gelernt sein.

Dabei ist wichtig:

  • Schauen Sie dem anderen aufmerksam in die Augen.
  • Setzen Sie einen bestimmten Blick auf.
  • Wenn Sie wollen – das ist dann die Kür – lassen Sie dabei Ihre Augen funkeln.

Halten Sie den Kopf gerade und den Blickkontakt etwa drei Sekunden, dann brechen Sie diesen bewusst ab. Wird Blickkontakt zu lange gehalten, so ermuntert das den anderen dazu, noch etwas nachzulegen. Reagieren Sie nun entweder distanziert angemessen oder sprechen Sie über etwas anderes.

Auf keinen Fall den Blickkontakt meiden!

Den Blick abzuwenden ist eine Unsicherheitsgeste, die Sie als Opfer darstellt oder sogar wie ein Schuldgeständnis wirkt. Wenn es Ihnen schwer fällt, in solchen Situationen anderen in die Augen zu sehen, dann üben Sie dieses beredete Schweigen einfach mit einer Person Ihres Vertrauens: Drücken Sie ohne Worte aus, dass Sie gar nicht die Absicht haben, auf solch einen Blödsinn zu antworten.

Der amerikanische Schriftsteller Josh Billings sagte einmal: „Schweigen ist eines der am schwierigsten zu widerlegenden Argumente.“

Oder, wie Abraham Lincoln es ausgedrückt haben soll: „Es ist besser zu schweigen und als Idiot verdächtigt zu werden, als zu reden und dadurch jeden Zweifel zu beseitigen.“

Üben Sie, generell diese Pause vor Ihre Antwort zu setzen.

  • Damit gewinnt jede Antwort an Bedeutung.
  • Sie erhöhen Ihren kommunikativen Status.
  • Sie gewinnen Zeit zum Überlegen.
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Der Treppenwitz: Warum ist mir das nicht vorher eingefallen?!!

– »Ihre Aussagen haben die Haltbarkeitsdauer eines Joghurts!«
– »Sehen Sie Blindschleiche nicht, dass da Schwarz auf Weiß steht, dass …«
– »Sie lügen wie gedruckt!«

Kennen Sie das? Jemand wirft Ihnen eine Bosheit an den Kopf. Sie sind wie vor den Kopf gestoßen und finden keine adäquate Antwort.

Plötzlich – 10 Minuten oder Stunden später –, natürlich wenn die Situation schon lange vorbei ist, fällt Ihnen eine schlagfertige Antwort ein:

  • »Dazu braucht’s schon eine Brillenschlange (wie Sie).«
  • »Niemand kann mich daran hindern, jeden Tag etwas klüger zu werden.«
  • »Das ist keine Lüge, das ist lediglich eine terminologische Inexaktheit!«
  • »Es ist richtig, dass wir letzte Woche noch nicht alle Fakten hatten. Heute ist die Situation folgendermaßen…«

Weil uns die Antwort erst auf der Treppe einfällt, nennen wir das auch den Treppenwitz. Dann ärgern wir uns maßlos und denken Dinge wie: »Mist, wieso ist mir das nicht vorhin eingefallen?«

Das machen Sie bitte ab sofort nicht mehr!

Die Tatsache, dass Ihnen eine Antwort (im Nachhinein) einfällt zeigt doch, dass Ihr Unterbewusstsein für Sie arbeitet und angestrengt nach einer Lösung sucht. Werten Sie das bitte nicht ab, indem Sie sich beschimpfen. Freuen Sie sich lieber, dass jetzt eine Antwort auftaucht!

Wenn Sie so vorgehen, dann wird die Zeitspanne, bis Ihnen etwas Pfiffiges einfällt, immer kürzer. Sie können diesen Effekt sogar noch beschleunigen, indem Sie jede Situation nachbereiten und sich immer wieder fragen: »Was hätte ich noch antworten können?«

Damit trainieren Sie Ihr Gehirn und haben bald eine große Auswahl an Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Geben Sie sich nicht mit der ersten Antwort zufrieden. Suchen Sie immer nach mehreren. Oft ist die zweite Antwort die bessere.

Denken Sie an Karl Valentin. Der sagte einmal: „Jedes Ding hat drei Seiten: Eine positive, eine negative und eine komische.“ Sobald Sie das Komische in jeder Situation sehen können, fällt Ihnen auch schnell eine passende Antwort ein.

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Streiten Sie Tatsachen nie ab!

»Ja ich bin schwul und das ist gut so!« Wowereit
»Ich färbe meine Haare nicht, nein, meine Haare färb‘ ich nicht!« Frei nach Rumpelstilzchen und Altkanzler Schröder

Welches Gefühl beschleicht Sie, wenn Sie diese beiden Aussagen / Zitate lesen? Die meisten reagieren auf die erste Aussage vor allem positiv, bei der zweiten tauchen eher Ideen auf wie:

  • Ob da nicht doch was dran ist?
  • Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
  • Der hat‘s ja nötig.

Wir Menschen neigen dazu, Dinge richtigstellen zu wollen oder erst mal dagegen zu gehen. Oft ist die optimale Reaktion auf eine Anfeindung jedoch, einem Teil oder der ganzen Aussage zuzustimmen. Das nimmt dem anderen den Wind aus den Segeln und kann uns zu souveränen Reaktionen verhelfen.

Was sagen Sie also, wenn das nächste Mal jemand zu Ihnen sagt:

  • Typisch Frau / Mann!
  • Wirklich wichtige Menschen brauchen sich nicht ständig selber zu beweisen!
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Der Angriff des Monats April

Situation: Sie wohnen schon sehr lange in einem Mehrfamilienhaus und wollen Ihrer befreundeten Nachbarin auch mal Ihr Leid klagen. Sie klingeln an der Türe und werden mit den Worten begrüßt:

Du schon wieder!

 

Erst Ihre Antwort:

 

Mögliche Reaktionen:

 

  1. Hätte ich dich heut’ erwartet, hätte ich Kuchen gemacht…
  2. Immer wieder eine Freude, gell?
  3. Ja, und, freust Du Dich?
    Sie überhören bei 2 und 3 den Ton und die Verallgemeinerung »schon wieder«, nehmen es gelassen und erhalten sich dadurch Ihre Fröhlichkeit. Das ist eine gute Basis, um weiter zu kommunizieren. Gleichzeitig gehen Sie nicht auf den Angriff ein à das wirkt souverän.
  4. Mich würde es freuen, wenn ich das mal zu Dir sagen könnte!
  5. Oh, hallo – ich freu mich auch, Dich zu sehen!
  6. Den Satz kenne ich doch. Den höre ich sonst immer bei der Preisübergabe.
  7. Haste lange auf mich gewartet?
  8. Wie schnell die Zeit vergeht, die man ohne nette Gesellschaft verbringt…
  9. Hätte ich noch jemanden mitbringen sollen?
  10. Es macht mich glücklich, die Freude auf Deinem Gesicht zu sehen.
    Sie wirken mit dieser Reaktion sehr ironisch. Das muss Ihr Gegenüber auch vertragen. Vorsicht mit Ironie, wenn Sie Ihr Gegenüber noch nicht genau einschätzen können.
  11. Hast Du einen Moment Zeit oder möchtest Du lieber einen Termin mit mir ausmachen?
  12. Ja, in voller Lebensgröße.
    Sachliche Antwort auf eine etwas boshafte Vorlage. Wenn Sie nun mit einer Frage oder einer Ich-Botschaft anschließen bleiben Sie souverän.
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Was wir von Queen Elisabeth von England lernen können

Egal, welche fürchterlichen Dinge in und um das englische Königshaus herum passieren, über die Queen steht am nächsten Tag in der Zeitung:

Queen is not amused!

In Ihrer langen Zeit als Regentin hat sie sich noch nie öffentlich echauffiert. Ihr maximaler Ausdruck nach außen ist: Not amused.

Wie anders hat da vor kurzem einer meiner Nachbarn gewirkt, der aus nichtigem Anlass einen Postboten angebrüllt hat, was ihm einfiele, bei ihm zu klingeln, wo doch das Paket gar nicht für ihn sei. Er erinnerte in diesem Moment eher an das HB Männchen aus früherer Werbung als an einen souveränen Gesprächspartner. Solch ein »Ausraster« geht immer auf Kosten des eigenen Ansehens.

Sie können bei Ihrem Gegenüber viel mehr punkten, wenn Sie möglichst wenig Regung zeigen und so »cool« wie möglich wirken. Dabei ist es hilfreich, den anderen freundlich durchdringend anzusehen.

Deshalb nehmen Sie sich ein Beispiel an der Queen und wenn wieder einmal etwas vorfällt, was nicht in Ihrem Interesse liegt, dann üben Sie, königlich zu reagieren.

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Der Angriff des Monats März

Situation: Sie verabreden sich mit Ihrer Tochter im Cafe Sommer zum Eisessen. Das Wetter ist wunderschön, Sie genießen die Sonne und bestellen sich einen riesigen Eisbecher mit Sahne und ein Glas Prosecco. Das ist Ihrer Tochter etwas peinlich – Eltern sind in einem bestimmten Alter immer peinlich – und sie sagt:

„Ich glaub Du bist für diesen Eisbecher schon zu dick!

 

Ihre Antwort: ________________________________________________________________

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Gelungene Abwehrtechniken:

  1. Vielleicht habe ich ein wenig zugenommen. Aber ich kann das ja auch wieder abnehmen. Andere sind pumeliger.
    • Klingt ein bisschen beleidigt. Trotzdem eine schlagkräftige Antwort.
  2. Sagt wer?
  3. Willst Du mein Geheimrezept haben?
  4. Das ist Dein Problem!
  5. Es ist nett, dass Du Dich um meine Gesundheit sorgst.
    • Sachliche Interpretation und sehr elegante Replike. Damit können sie auch Ihre Tochter beeindrucken.
  6. Stan, ich bin lieber der Oliver von uns beiden.
  7. Und Du bist zu klein.
    • Schlagfertiger Gegenangriff. Ob der bei Ihrer Tochter angebracht ist, können Sie nur selbst entscheiden.
  8. Das scheint mir wirklich ein gutes fachliches Argument zu sein. Ja, Du bist überzeugend.
    • Vorsicht bei Ironie. Das kann bei Teenagern als cool angesehen werden, aber auch ins Auge gehen.
  9. Früher war ich noch gertenschlank, heute bin ich nur etwas zu klein für meine Größe.
    • Lustige Antwort die zeigt, dass Sie sich kein bisschen darüber aufregen. Klingt sehr souverän.
  10. Wie man sich füttert, so wiegt man.
  11. Auch Dicke haben mal dünn angefangen.
  12. Das Leben ist zu kurz, um allzu viele Mahlzeiten auszulassen. Tom Hanks
  13. Jeder ist so dick, wie er sich fühlt.
  14. Ich bin nur gut isoliert.
  15. Dafür habe ich eine eigene Postleitzahl.
  16. Der Liebe Gott hat dicke und dünne Bäume wachsen lassen. Die dicken bringen mehr Holz. Günther Strack
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Embodiment für die Schlagfertigkeits-Methode Zustimmen

Spontantheater JA GENAU

Bei einer Übung im Spontantheater stellen die Spieler Behauptungen auf, die der andere zunächst mit: »Ja genau!« annimmt und anschließend begründet. Durch diesen Modus denken wir zunächst in Richtung Zustimmung, bevor wir dagegen argumentieren.

Welchen Mottosatz verbinden Sie mit dieser Haltung?

• Ja genau!
• Welchem Teil stimme ich diesmal zu?
• Ich bin dafür!
• …

Übung macht den Meister!
Die Embodiments üben Sie für den Ernstfall folgendermaßen ein.
Versetzen Sie sich mit Hilfe folgender Fragen in den gewünschten Zustand.
• Was nehmen Sie in dieser Rolle mit den Sinnen wahr?
• Was sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken Sie? Zum Beispiel:
• Wie stehen Sie da? (gerade, leicht gebückt, Rücken durchgedrückt, Füße parallel oder leicht versetzt…?)
• Wie ist Ihre Kopfhaltung?
• Wo sind Ihre Hände?
• Wie ist Ihr Gesichtsausdruck?
• Wie ist Ihre Atmung?

Verstärken Sie diese Empfindung. Fühlen Sie sich ganz wie Ihr Vorbild. Potenzieren Sie das Gefühl und genießen Sie es. Verbinden Sie das Gefühl mit Ihrem Mottosatz. Atmen Sie tief ein und sprechen Sie beim Ausatmen Ihren Mottosatz. Wiederholen Sie das dreimal.
Verlassen Sie jetzt Ihr Vorstellungsbild und bewegen Sie sich ein wenig. Schütteln Sie Arme und Beine aus und seien Sie wieder Sie selbst.
Und nun wechseln Sie mit Hilfe Ihres Mottosatzes, der Haltung,… mehrfach ins Vorstellungsbild und zurück. Diesen Teil der Übung wiederholen Sie bitte die nächsten 3 Wochen täglich, am besten morgens und abends. Gut nutzen können Sie dafür auch Wartezeiten beim Einkaufen, an der Ampel,…
Führen Sie die Übung so lange durch, bis die Gefühlsänderung sich auf „Knopfdruck“ einleiten lässt, sie sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen ist und Sie – wie beim Autofahren – nicht mehr überlegen müssen, wo der nächste Gang ist sondern automatisch agieren können wie Ihr Vorstellungsbild.
Dabei viel Erfolg!

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