Der Angriff des Monats September

Situation: Sie arbeiten als Chemiker bei einem großen Testlabor für Kosmetik und befinden sich gerade auf einer Party bei Freuden. Im Laufe des Small Talk haben Sie auch von Ihrer beruflichen Beschäftigung erzählt. Auf einmal sagt eine Ihrer Gesprächspartnerinnen konsterniert:

Macht Ihnen Ihr Beruf eigentlich kein schlechtes Gewissen?

Erst Ihre Antwort

 

Mögliche Reaktionen:

 

  1. Nein. Bedenken Sie, was es nicht gäbe, wenn die Chemie nicht wäre.
  2. Da ich mir meiner Verantwortung bewusst bin, sehe ich keinen Grund dazu. Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Punkt?
    Die rein sachliche Antwort mit anschließender Erklärung lässt Sie souverän erscheinen. Allerdings können Sie dadurch auch zum Spielverderber werden, wenn es eine Aufforderung zum unterhaltsamen Streitgespräch sein sollte.
  3. Benutzen Sie keine Kosmetik?
  4. Warum?
  5. Nein! <Pause> Was konkret wollen Sie mit dieser Äußerung erreichen?
  6. Es ist unfair, dass 95 % meines Berufsstandes allen anderen einen so schlechten Ruf eintragen.
    Eine witzige Antwort, die den anderen zum Nachdenken veranlasst. Die inhärente Bestätigung wird er erst auf den zweiten Blick erkennen. Damit gewinnen Sie Zeit und irritieren den anderen.
  7. Meine Eltern wollten ja, dass ich Banker werde, aber so richte ich weniger Unheil an.
  8. Das ist die Wetterseite meines Gewissens. Da kann ich was aushalten.
  9. Mein Beruf ist mein Hobby!
  10. Machen Ihnen eigentlich solche Fragen kein schlechtes Gewissen?
  11. Was für ein Gewissen ?!
  12. Mein Gewissen entzieht sich Ihrem Wissen.
    Sie nehmen den Klang des Wortes mit einem sich darauf reimenden Wort auf und irritieren damit Ihr Gegenüber. So verschaffen Sie sich eine kleine Denkpause und Sie können sich in Ruhe eine gute Argumentation zurecht legen.
  13. Das Gewissen ist eine Uhr, die immer richtig geht. Nur wir gehen manchmal falsch. Erich Kästner
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Und wieder ein paar Zitate als clevere Reaktion

  • Auch das Denken schadet bisweilen der Gesundheit. Aristoteles
  • Wer sich in einer Diskussion auf seine Autorität beruft, gebraucht nicht den Verstand, sondern sein Gedächtnis. Leonardo da Vinci
  • Ein Jubiläum ist ein sehr wichtiges Datum, an dem eine Null für eine Null von mehreren Nullen geehrt wird. Sir Peter Ustinov
  • Besser einander beschimpfen als einander beschießen. Winston Churchill
  • Sich zurückziehen, um besser Anlauf nehmen zu können. Frz. Sprichwort
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Formulierungshilfen für das Büro Teil 2

Es geht lustig weiter 🙂

Anstatt: Mir doch Wurscht, du Depp!
Sagen Sie besser: Bedauerlicherweise kann ich Ihnen in diesem Punkt nicht weiterhelfen.

Statt: Na, hast du mit dem Chef geschlafen?
Besser: Hat man endlich deine Kompetenz erkannt?

Anstatt: Verdammte Sch…, diese Vollidioten haben mir nichts gesagt.
Wir müssen unsere interne Kommunikation verbessern.

Statt: Was habe ich mit dem Dreck zu tun???
Sagt man: Ich war von Anfang an nicht in dieses Projekt involviert!

Anstatt: Wir sind im Ar…!
Besser: Der Produktivitätsindex unseres Unternehmens zeigt einen sensiblen Rückgang. 

Keine Angst! Nächste Woche geht’s wieder seriös weiter 🙂

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Formulierungshilfen für das Büro Teil 1

Bitte mit einem Augenzwinkern betrachten. 🙂

Anstatt: Das ist der absolute Scheiß!!! 
Sagen Sie besser: Eine interessante Herausforderung!

Statt: Das mach ich sicher nicht, du Blödmann!
Es gibt technische Gründe, die mir die Erledigung dieser Aufgabe leider nicht ermöglichen.

Anstatt: Dieser Idiot baut einen Mist nach dem anderen!
Möglicherweise haben wir noch nicht die richtige Position für ihn gefunden.

Statt: Dieser Trottel versteht überhaupt nichts!
Besser: Er ist mit dem Problem noch nicht vertraut.

Anstatt: Du kennst dich überhaupt nicht aus, du Depp!
Sagt man: Gehört das zu Ihren Kernkompetenzen?

Statt: Ich habe von Anfang an gewusst, dass das alles Sch… ist.
Verzeihung, ich hätte sie warnen können, wenn man mich involviert hätte.

Anstatt: Ist mir Scheissegal!
Besser: Ich sehe das ganz emotionslos.

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Der Angriff des Monats Juli

Situation: Sie wollen es sich gerade in der Badewanne gemütlich machen, da hören Sie plötzlich aus der Nebenwohnung laute Musik. Es ist zwar nicht die Zeit der Mittagsruhe, doch es stört Sie erheblich. Sie gehen zu Ihrer Nachbarin und bitten diese, die Musik leiser zu stellen. Darauf sagt die:

Kümmern Sie sich um Ihren eigenen Kram!

 

Erst Ihre Antwort

 

Mögliche Reaktionen:

 

  1. „Bitte lenken Sie nicht ab, Frau Müller und machen Sie nun Ihre Musik leiser.“
    Sie überhören den Angriff souverän und wiederholen Ihre Bitte. Damit verleihen Sie dieser Nachdruck.
  2. „Das würde ich ja gerne, doch leider stört mich die Musik dabei sehr.“ (Pause)
    Sie zeigen sich offen und weiter gesprächsbereit. Wer die Pause länger aushält, hat die bessere Wirkung. Halten Sie dabei den Blickkontakt aufrecht.
  3. „Soll unsere gute Nachbarschaft dadurch wirklich leiden?“
    Die Frage ist nur dann angemessen, wenn es sich tatsächlich um eine Ausnahme handelt. Wenn Sie schon „Intim-Feinde“ sind, dann wählen Sie eine der anderen Reaktionen. Ist die Nachbarschaft sonst gut, kann die Frage die Situation entschärfen, da sie auf die Metaebene verzweigt.
  4. „Was Sie mit Ihrer Musik machen ist ruhestörender Lärm. Unterlassen Sie das oder ich werde rechtliche Schritte einleiten.“
    Der klassische Gegenangriff. Wenn Sie soweit sind, diese Reaktion als angemessen zu betrachten, dann besteht bereits ein grundsätzliches Problem. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie wieder eine friedliche Koexistenz hinbekommen.
  5. „Wenn die Lautstärke nicht verhandelbar ist, können wir dann wenigstens die Musikrichtung gemeinsam festlegen?“
  6. „O.k. am besten fangen wir noch mal von vorne an. Wir gehen beide noch mal in unsere Wohnungen. Dann komme ich noch mal und klingle.“
  7. „Warum denn gleich so unfreundlich? Sind Sie heute mit dem linken Fuß aufgestanden?“
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Vornehme Reaktion auf Beleidigungen

Die einzige vornehme Art, auf eine Beleidigung zu reagieren ist, sie zu überhören.

Kannst Du sie nicht überhören, übertrumpfe sie;

kannst Du sie nicht übertrumpfen, lache darüber;

kannst Du nicht darüber lachen, hast Du sie vermutlich verdient!

 

Das habe ich irgendwo gelesen, finde aber leider die Quelle nicht mehr. Unter denen, die mir dabei weiterhelfen können und mir per e-mail den Urheber senden, verlose ich eines meiner Bücher zum Thema Schlagfertigkeit.

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Witz

Was geschieht, wenn zwei Männer und eine Frau auf einer einsamen Insel stranden?

 

Spanier: Mann tötet den anderen Mann.

Italiener: Frau tötet einen Mann.

Engländer: Nichts, weil niemand da ist, der die beiden Herren bekannt macht.

Amerikaner: Nichts, die Herren reden über Geschäfte.

Franzosen: Keine Probleme.

 

–> Wenn’s nur tatsächlich so einfach wäre. Was durch den Witz jedoch deutlich wird: Auch die Schlagfertigkeit ist kulturell unterschiedlich. Also bitte immer genau überlegen: Zu wem sag ich was und sag ich es wirklich?

 

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Kreativitätsübung April

Was könnte eine Firma, die den Namen »Easy hang« trägt, produzieren? Nehmen Sie sich 7 Minuten Zeit und finden Sie Anwendungsmöglichkeiten.

z. B. Rollladen, Henkerbedarf, Unterwäsche, …

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Finden Sie eine positive und komische Seite bei folgenden Aussagen:

  • Verregneter Urlaub in Berghotel
  • Mobiltelefon gibt den Geist auf
  • Unterlagen für wichtige Präsentation Zuhause vergessen

Zum Beispiel: Das Auto springt nicht an.

Positiv: Gut, dass es hier Zuhause passiert ist. Es hätte auch unterwegs kaputt gehen können.

Komisch: Würde bestimmt sehr komisch aussehen, wenn ich so bepackt mit meinen Unterlagen und im Anzug per Anhalter fahren müsste.

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Formulieren Sie für folgende Angriffe je eine Antwort, bei der Sie den Sachverhalt positiv umdeuten. Nehmen Sie sich pro Antwort soviel Zeit, wie Sie benötigen.

  • Sie sind zu langsam.
  • Sie sind immer so schnell und hibbelig. Da kann ja an Ihrer Arbeit nichts dran sein.
  • Warum schreien Sie denn so?
  • Spezialisten wissen nichts vom richtigen Leben.
  • Sie sind immer so furchtbar stur.

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Denksport des Monats

Zwei Affen schauen durch eine Röhre, die zufällig auf der Wiese liegt. Die Röhre ist gerade, nicht besonders lang und auch nicht verstopft. Trotzdem sehen die beiden einander nicht. Warum?

 

 

… wenn sie nach einigem Nachdenken selbst nicht auf die Lösung kommen – schicken Sie mir eine e-mail. Sie erhalten dann von mir die Lösung.

 

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Der Angriff des Monats April

Situation: Sie wissen aus sicherer Quelle, dass in unmittelbarer Nähe Ihres Grundstücks ein Tennisplatz gebaut werden soll. Nun gehen Sie ins Rathaus, um Einspruch einzulegen. Darauf bekommen Sie von dem Sachbearbeiter die pampige Auskunft:

„Das sind doch alles Gerüchte und Erfindungen!“

Zuerst Ihre eigene Antwort:

 

Mögliche Reaktionen:

 

  1. Woher kommt bei Ihnen die Annahme, dass ich hierfür keine Fakten vorliegen habe?
  2. Meine Anfragen basieren grundsätzlich auf einer guten Recherche. Ich kann Ihnen gerne die Unterlagen mit den Fakten zeigen, die dies belegen, wenn Sie meinen Ausführungen keinen Glauben schenken wollen.
    – Beide Antworten gehen nur  auf die Sache und nicht auf den Ton oder den versteckten Angriff ein. Damit bleiben sie souverän und lassen sich nicht dazu verleiten, auf die gleiche Ebene zu wechseln, wie Ihr Widersacher.
  3. Na, Sie müssen das ja wissen.
  4. Wirklich? Was macht Sie so sicher?
  5. …war die Meinung führender Wissenschaftler zu den Theorien eines Bibliotheksangestellten namens Albert Einstein.
  6. An jedem Gerücht ist ein bisschen was Wahres – und Erfindungen bringen die Menschheit weiter.
  7. Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Gerüchte sind die Rauchfahnen der Wahrheit.
    – Sprichwörter und Klischees sind wunderbare Antwortgeneratoren. Sie bedienen sich hier eines Sprichwortes und beweisen dadurch Ihr Assoziationsvermögen. Wenn Sie nun eine Frage anschließen, geht der andere auf die Sachebene – also dahin, wo Sie ihn haben wollen.
  8. Danke für den Begriff »Erfindungen«. Immerhin leben wir im Lande der Dichter und Denker. Erfindung bedeutet Fortschritt. Wie ist Ihre Meinung?
  9. Aber es nutzt nichts, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen.
  10. Ihr Optimismus freut mich, ich kann ihn aber nicht bestätigen.
    – Sie fassen die Aussage als positiv und konstruktiv auf. Darauf kann der Andere ganz schwer in der „Angriffsrinne“ bleiben. Sie haben nun die Möglichkeit, durch gezielte Fragen oder Aussagen das Gespräch in positive Bahnen zu lenken.
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Stimmen aus dem Parlament

Heiner Geißler wurde in den 80er Jahren bei einer Podiumsdiskussion die Frage gestellt: »Herr Geißler, wie würden Sie eigentlich argumentieren, wenn bei der nächsten Bundestagswahl Rot-Grün die Mehrheit hätte?«
Darauf antwortete Geißler: »Verehrter Herr Fragesteller, Ihre Frage liegt etwa auf dem folgenden Niveau: Wenn Eichhörnchen Pferde wären, könnten wir die Bäume hinaufreiten. Nun sind Eichhörnchen nachweislich keine Pferde…«

Abgeordneter zum anderen: »Sie machen ja in keiner Sitzung den Mund auf.« Antwort: »Sie irren sich, immer wenn ich Sie reden höre, muss ich gähnen.«

Die Münchner Illustrierte Quick fragte 1963 Franz Josef Strauß, ob in Zukunft Erhard ein besserer Bundeskanzler sein könnte als Adenauer. Er antwortete: »Wenn mich jemand fragt, ob Goethe oder Schiller der größere deutsche Dichter ist, sag ich immer „Ja!“«.

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